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Gesünder leben?

Was tun bei einer Bindehautentzündung? 

Das Auge tränt, juckt und ist rot. Die Augenlider sind verklebt. Was tun? Selbst behandeln und abwarten? iMpuls erklärt, was bei einer Bindehautentzündung am besten zu tun ist.

Gerötete Ränder, geschwollene Lider und ständig dieses Gefühl: Da hängt doch was im Auge! Nahezu jeder dürfte die leidige Erfahrung einer Bindehautentzündung schon einmal gemacht haben. Es ist die mit Abstand häufigste Augenerkrankung.

Das Problem: Wird die Entzündung falsch behandelt, bleibt es mitunter nicht bei juckenden Augen. Experten empfehlen deshalb, die Symptome immer von einem Facharzt abklären zu lassen.

Sind die Augen verschleimt und eitrig, haben Bakterien sie befallen. Diese Form der Bindehautentzündung trifft meist auch Kinder. Bakterien zählen zu den häufigsten Verursachern. Doch auch Pilze und Viren können die Augen infizieren. Gerade das macht eine sorgfältige Identifikation des Erregers nötig.

Denn das gängige Kombinationspräparat mit Kortison und Antibiotikum hilft nicht gegen Viren. Fälschlicherweise verschrieben, wäre ein solches Arzneimittel nicht nur wirkungslos, sondern schädlich: Aggressive Viren können Einschmelzungen und Narben auf der Hornhaut verursachen, durch die man nicht mehr hindurchgucken kann.

Hoch ansteckende Viren

Und nicht nur das: Adenoviren, die meist erst das eine, dann das andere Auge befallen, sind über Wochen und sogar Monate hoch ansteckend. Fälle häufen sich regional; besonders gefährdet: Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten. Patienten sollten deshalb streng auf die Hygiene achten, zum Beispiel mit niemandem ein Handtuch teilen. Bei der richtigen Diagnose lässt sich diese Art der Bindehautentzündung gut behandeln.

Der Auslöser kann neben aggressiven Viren zum Beispiel auch eine Entzündung oder Verletzung der Hornhaut oder des Augenmuskels sein. Wird sie zu spät behandelt, sind dauerhafte Schäden möglich.

Vor allem wenn zusätzlich zu den typischen Anzeichen einer Bindehautentzündung weitere Symptome auftreten, lieber zum Arzt gehen. Umgehend einen Termin ausmachen sollte man, wenn sich das Sehen deutlich verschlechtert, die Augen auch in der Tiefe schmerzen, sich die Pupille einseitig verändert oder die Bindehaut nur an einer Stelle gerötet ist. (Lesen Sie unten weiter...)

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Nach drei Tagen: ab zum Arzt

Ansonsten können Betroffene bis drei Tage abwarten. Denn Allergien, Fremdkörper, Staub, Rauch oder Zugluft reizen mitunter ebenfalls die Bindehaut so, dass sie sich entzündet. In diesen Fällen genügen unter Umständen rezeptfreie Augensalben oder -tropfen aus der Apotheke, um Symptome wie Juckreiz zu lindern.

Ein weiterer Grund für die Beschwerden kann ein trockenes Auge sein, bei dem zu wenig Tränenflüssigkeit vorhanden oder diese falsch zusammengesetzt ist. Hier können künstliche Tränen helfen, das Sehorgan ausreichend feucht zu halten.

Vor gefässverengenden Tropfen, die Rötungen mildern, ist abzuraten. Bei längerem Gebrauch dieser rezeptfreien Weissmacher kann nach Abklingen der Wirkung eine stärkere Durchblutung der Bindehaut einsetzen – was wiederum dazu verleitet, die Tropfen häufiger zu benutzen.

von Konstanze Fassbinder,

publiziert am 13.03.2019


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