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Gesünder leben?

Das hilft gegen das Prämenstruelle Syndrom

Schmerzen, Müdigkeit und Schweissausbrüche – das Prämenstruelle Syndrom PMS verursacht zahlreiche Beschwerden. Ein gesunder Lebensstil, alternative Heilmethoden sowie Präparate aus der Schulmedizin können Linderung verschaffen.

Die Brust spannt, die Verdauung spielt verrückt, Frau ist müde, abgeschlagen, hat Bauchschmerzen und sie mag an diesen Tagen weder sich selber noch andere Menschen leiden. Etwa so fühlt sich das Prämenstruelle Syndrom, kurz PMS, an. Jede Frau kennt gelegentliche Menstruationsbeschwerden, aber ungefähr jede zweite im gebärfähigen Alter leidet regelmässig und stark unter den zyklusabhängigen Schwankungen. Am häufigsten tritt das PMS im Alter zwischen 30 und 40 Jahren auf, wobei die körperlichen wie psychischen Beschwerden unterschiedlich sind.

PMS-Symptome sind vielfältig

Insgesamt sind bisher rund 150 Symptome bekannt, die aufgrund des Prämenstruellen Syndroms auftreten. Dazu gehören auch Unterleibsschmerzen, Wassereinlagerungen im Gewebe, Schweissausbrüche, Schwindel, Schlafstörungen, starke Müdigkeit, Depressionen, Kreislaufprobleme oder Konzentrationsschwierigkeiten.

Wann zum Arzt?

Dass die Symptome in der zweiten Zyklushälfte auftreten und mit dem Beginn der Regelblutung wieder verschwinden, ist typisch für das PMS. Während der Schwangerschaft oder mit der Menopause vergehen die Beschwerden ganz. Frauen mit einem grossen Leidensdruck sollten einen Frauenarzt aufsuchen, um eine mögliche Behandlung zu besprechen, und um andere Erkrankungen, etwa eine Schilddrüsenunterfunktion, Endometriose oder eine Depression auszuschliessen.

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Einfache Diagnose, aber individuelle Behandlung

Tipps zur PMS-Prävention

So werden die Tage vor den Tagen erträglicher:

  • Bewegung: Ein leichtes Ausdauertraining wie Jogging oder Walking hilft, Verspannungen und Bauchkrämpfe zu lösen, beugt Wassereinlagerungen vor und wirkt stimmungsaufhellend.
  • Raus an die frische Luft: Ein Spaziergang in der Natur wirkt entspannend und erholsam. Wer sich zudem regelmässig draussen aufhält, kann dank der direkten Sonneneinstrahlung genug Vitamin D produzieren, das ebenfalls zur Verringerung des PMS beiträgt.
  • Auszeiten: Stress kann das PMS verstärken, deshalb sollte man ihn an den Tagen vor den Tagen vermeiden. Das heisst, weniger Termine einplanen, dafür sich ein Vollbad, eine Massage oder eine andere Art der Entspannung gönnen.
  • Entspannungstechniken: Spezielle Entspannungstechniken wie autogenes Training, Yoga oder Tai Chi stärken den Körper und verringern PMS-Symptome.
  • Ernährung: Kohlenhydrate vermeiden, dafür viel Gemüse, Früchte und Fisch essen. Bei Wassereinlagerungen hilft eine salzarme Kost.
  • Pflanzliche Helfer: Mönchspfeffer, täglich eingenommen, wirkt auf das Hormonsystem und begünstig einen regelmässigen Zyklus. Auch Nachtkerze wirkt hormonausgleichend und ein Tee aus Schafgarbe, Salbei und Kamille ist wohltuend bei Bauchkrämpfen.

«Eine PMS-Diagnose kann nach einer eingehenden, genauen Befragung der Patientin erstellt werden», sagt Kati Vogt, Gynäkologin im Sports Medical Center medbase in Bern. Sie behandelt die Symptome oft alternativ und hat damit gute Erfahrungen gemacht: «Es stehen einige ausgezeichnete Präparate zur Verfügung, etwa Mönchspfeffer oder ein spezieller Vitaminmix wie Amitamin oder Omega-3-Säuren», so Vogt. Die Behandlung mit Mönchspfeffer habe sich bewährt, erfordere allerdings Geduld und Disziplin, da die Patientin das Präparat über lange Zeit täglich einnehmen müsse. Es kann zwei Monate dauern bis eine Wirkung eintritt. Die Gynäkologin verschreibt mitunter auch hormonelle Mittel, etwa die Antibabypille, die den Eisprung verhindert und somit die zweite Zyklushälfte unterdrückt. Schmerzmittel wie Ibuprofen helfen gezielt gegen Bauchkrämpfe.

Mögliche Ursachen für PMS

Weshalb einige Frauen stärker unter PMS leiden als andere, ist wissenschaftlich nicht abschliessend geklärt. Die Forscher sind sich aber einig, dass die Symptome aufgrund des hormonellen Ungleichgewichts entstehen. In der zweiten Zyklushälfte, also nach dem Eisprung, sinkt der Östrogenspiegel, während das Hormon Progesteron (Gestagen) ansteigt. Bei einigen Frauen steigt das Progesteron allerdings nicht in ausreichendem Mass. Es gibt Hinweise darauf, dass auch das vegetative Nervensystem sowie falsche Ernährung mit zu viel Zucker, Alkohol, Koffein oder Nikotin das Prämenstruelle Syndrom begünstigen. Für die PMS-Beschwerden sind also nicht die Hormonschwankungen allein, sondern viele Faktoren verantwortlich.

Wenn die Seele leidet

Wenn die seelischen Beschwerden in der zweiten Zyklushälfte so stark sind, dass sie die Lebensqualität massiv einschränken, spricht man von einer Prämenstruellen Dysphorischen Störung, kurz PMDS. Diese schwere Krankheit ist eher selten und durch depressive Zustände vor der Periode gekennzeichnet. Wie bei der PMS, verschwinden die Symptome der PMDS mit dem Einsetzen der Menstruationsblutung vollständig, treten aber in der nächsten zweiten Zyklushälfte wieder auf.

Es handelt sich dabei um eine komplexe Erkrankung, bei der mehrere biologische und psychologische Faktoren beteiligt sind. Oftmals leidet nicht nur die Frau selber, sondern aufgrund der ausgeprägten Stimmungsschwankungen das gesamte Umfeld darunter.

Die Behandlung der PMDS erfolgt durch antidepressive Medikamente, sogenannte Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer oder spezielle Aminosäuren wie L-Tryptophan. Bewährt haben sich auch Hormone, die den Zyklus dauerhaft stilllegen, wodurch die Symptome komplett verschwinden.

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von Regula Burkhardt-Lehmann,

publiziert am 05.02.2019


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