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Gesünder leben?

Allergisch auf Bienen und Wespen – was tun?

Wespen- und Bienenstiche können bei Allergikern eine gefährliche Immunreaktion auslösen. Doch eine Therapie kann helfen.

Wespen ernähren sich eigentlich von Nektar und anderen Insekten, sie kosten auch gerne mal unser Grillfleisch oder landen im Sirupglas. Vertreiben wir sie mit hektischen Bewegungen, stechen sie schnell mal zu.

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Für Allergiker kann ein Wespenstich schwerwiegende Folgen haben: starke Schwellungen, Ausschlag oder Übelkeit. Im schlimmsten Fall kommen Atmung und Kreislauf zum Stillstand. Doch warum löst das Insektengift bei manchen nur eine kleine Rötung aus, bei anderen einen Kreislaufkollaps?

Körpereigene Abwehr

Die entscheidende Rolle spielt das individuelle Immunsystem. Eine Schwellung nach einem Insektenstich ist normal. Sie entsteht, weil unser Immunsystem mit Abwehr auf die Substanzen reagiert, die mit dem Stich ins Blut gelangen.

Im Normalfall entzündet sich nur die Stelle rund um den Einstich. In diesem Fall hilft es, die Stelle zu kühlen, Kortisoncreme aufzutragen oder ein Antihistaminika-Präparat einzunehmen.

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Schützen Sie sich vor Insektenstichen

Immunsystem läuft Amok

So schützen Sie sich

Nicht immer ist ein Wespen- oder Bienenstich vermeidbar. So können Sie das Risiko senken.

  • Tragen Sie eher helle Kleidung und gehen Sie nicht barfuss durchs Gras.
  • Repellentien, Substanzen, welche Insekten fernhalten sollen, wirken nicht gegen Bienen und Wespen.
  • Decken Sie Trinkgläser ab oder verwenden Sie dünne Strohhalme, trinken Sie nicht aus Dosen.
  • Halten Sie sich nicht in der Nähe von Abfalleimern auf.
  • Bienen und Wespen nicht mit hektischen Bewegungen verscheuchen. Auch Wegpusten ist keine gute Idee: Das mit dem Atem freigesetzte Kohlendioxid macht die Insekten eher aggressiver. Ziehen Sie sich lieber zurück.
  • Lavendel auf dem Tisch als Abwehrmassnahme ist einen Versuch wert.
  • Werden die Insekten zur Plage, können Wespenfallen eine Lösung sein.

Von einer allergischen Reaktion spricht man erst, wenn das Immunsystem überreagiert und auf das Insektengift mit nesselartigem Hautausschlag, Schwellungen oder Juckreiz ausserhalb der Stichregion reagiert.

Dann drohen nicht nur akut schlimmere Folgen. Jeder weitere Stich könnte zu schweren allergischen Reaktionen bis hin zu Atem- und Kreislaufproblemen führen.

Effiziente Therapie

Experten empfehlen Erwachsenen mit Insektengiftallergie an einer spezifischen Immuntherapie (Hyposensibilisierung) teilzunehmen. Das Prinzip: Betroffene erhalten winzige Mengen des Allergens unter die Haut gespritzt. Dank der geringen Dosis lernt das Abwehrsystem nach und nach, angemessen auf das Insektengift zu reagieren.

Da die Therapie anfangs auch allergische Reaktionen auslösen kann, verbringen die Patienten die ersten Tage der Behandlung im Spital. Alle vier Wochen müssen sie sich zunächst spritzen lassen, später alle sechs bis acht Wochen.

Die Therapie dauert im Normalfall drei bis fünf Jahre – je nachdem, wie stark die Allergie war. Der Aufwand lohnt sich: Die Erfolgsrate der Therapie gegen Wespengift beträgt rund 95 Prozent, bei Bienengift 85 bis 90 Prozent.

Selbsthilfe im Ernstfall

Alle gefährdeten Menschen bekommen ein Notfallset. In der Stichsaison sollten sie es immer griffbereit haben. Denn allergische Reaktionen treten minutenschnell auf.

Das Set enthält je ein Antihistaminikum sowie eine kortisonartige Substanz. Diese Mittel genügen bei Hautreaktionen. Gegen schwere Reaktionen gibt es eine Adrenalin-Fertigspritze. Sie wird seitlich in den Oberschenkelmuskel injiziert. Im Zweifel sollte man nicht zögern, sie anzuwenden, und dann sofort den Notarzt rufen.

von Reinhard Door,

publiziert am 27.06.2018


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