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Gesünder leben?

Wickel können Wunder wirken

Schon das Grosi wusste: Wickel sind gut für Körper und Seele. Nicht nur in der Erkältungszeit bringen diese sanften Helfer schnelle Linderung, sie sind auch sonst eine gute Alternative zu Medikamenten.

Was meint die Schulmedizin?

Inzwischen zeigen auch Studien die positiven Effekte von Wickeln. So reduzierten Kohlwickel die Schmerzen von Patienten mit Kniegelenksarthrose. Ebenfalls gute Erfahrungen wurden mit Kümmelölauflagen beim Reizdarmsyndrom gemacht.

Auch in Spitälern greift man vermehrt zu den natürlichen Heilmitteln. Bianca Schaffert, Pflegeexpertin am Spital Limmattal: «Häufige Anwendungsgebiete sind warme Heublumenwickel bei Rückenbeschwerden, kühlende Quarkkompressen bei Venenentzündungen und gefrorene Kompressen mit Lavendelöl für Wöchnerinnen nach einem Dammriss.»

Im Universitätsspital Zürich kommen Wickel zur Symptomlinderung bei Schwerkranken zum Einsatz.

Wickel eignen sich ganz speziell für Kinder und ältere Menschen. Sie reagieren besonders positiv auf liebevolle Zuwendung. «Das spielt beim Anlegen von Wickeln eine grosse Rolle und trägt wesentlich zur Genesung bei», sagt Bernadette Bächle-Helde, Pflegepädagogin und Autorin des Buches «Heilsame Wickel».

Zitronenwickel bei Erkältung

Ihr Favorit bei einer Erkältung ist der Zitronenwickel. «Er lindert Schluckbeschwerden und Halsschmerzen», so Bächle. Man legt etwa vier ½ cm dicke Zitronenscheiben auf ein Küchenpapier und macht daraus ein langes Päckchen. Dieser Wickel wird vorne von Ohr zu Ohr um den Hals gelegt. Um den Wickel kommt ein Geschirrtuch, dann wird er mit einem Schal fixiert und wirkt bis zu 30 Minuten ein.

Bächle: «Verwenden Sie unbedingt Wickeltücher aus Naturmaterialien, Synthetiktücher könnten einen Wärmestau verursachen. Nach Abnahme des Wickels sollte man allgemein mindestens 15 Minuten ruhen. Erst dann kann sich die Wirkung des Wickels richtig entfalten.» (lesen Sie unten weiter...)

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Gegen Husten hilft eine schleim­lösende Kartoffelauflage. Weichgekochte, heisse Kartoffeln in Küchenpapier wickeln, mit Tuch umhüllen, flach drücken und auf die Brust legen. Shirt darüberziehen und drauf lassen, so lange sie warm sind. 

Der Klassiker: Wadenwickel

Ein Klassiker ist der Wadenwickel. Dabei gilt es aber einiges zu beachten. Matthias Rostock, Leiter Poliklinik des Universitätsspitals Zürich: «Fühlt sich der Patient sehr krank, sollte man nicht viel selbst behandeln, sondern den Arzt holen. Und wenn jemand Fieber wegen einer Blasenentzündung hat, würde ich auch keine kalten Wickel an den Waden machen.»

Man legt den Wickel erst an, wenn das Fieber nicht mehr steigt. «Wenn der Patient nicht mehr fröstelt und die Beine warm sind, dann kommt der Wadenwickel zum Einsatz», so Matthias Rostock. Dazu erst ein Handtuch unter beide Waden legen, damit das Bett nicht nass wird.

Dann zwei Geschirrtücher in kühles Wasser legen, auswringen und um die Waden legen. Anschliessend zwei trockene Frotteetücher darüberwickeln und den Patienten leicht zudecken. Nach etwa zehn Minuten, wenn die Tücher warm geworden sind, Vorgang – je nach Ansprechen der Körper­temperatur − drei­ bis vier Mal wiederholen. «Wenn man sich unsicher fühlt, immer auch einen Arzt drauf schauen lassen», so Rostock.

So gelingt der Zwiebelwickel:

  1. Die Zwiebel wird geschält und anschliessend in Viertel geschnitten.
  2. Die einzelnen Zwiebelschichten werden sorgfältig voneinander getrennt.
  3. Mit der Wölbung nach oben aufs Küchenpapier oder Taschentuch legen.
  4. Das Ganze zu einem Päckli falten, sodass die Unterseite einlagig bleibt. Päckli platt drücken, damit etwas Zwiebelsaft herausgepresst wird.
  5. Wasser heiss werden lassen und das Päckli auf dem umgedrehten Deckel erwärmen.

von Inge Hess,

publiziert am 25.10.2017


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