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Gesünder leben?

Wie Mentaltraining zum Erfolg verhilft

Mentaltraining bewirkt, dass Sportler mit mehr Freude, besser und technisch versierter laufen, schwimmen, klettern oder eine andere Sportart ausüben. Die Methoden lassen sich auch auf andere Gebiete anwenden.

Wie denken Sieger und wie Verlierer? Diese Frage stellt sich nicht nur im Profisport. Auch Hobbysportler können sich mental in Form bringen. Ein Mentaltrainer erklärt, worauf es dabei ankommt.

Druck und Stress sind fast immer selbst gemacht. Entscheidend ist die innere Einstellung: Von 100 Menschen, die vor einem Publikum singen sollen, sind 95 schon gestresst, wenn sie sich das nur vorstellen. Sie malen sich aus, wie sie falsch singen werden, wie die anderen lachen und wie sie beschämt abtreten. Aber fünf Personen freuen sich, weil sie endlich ein Publikum haben und testen können, ob sie als Sänger geeignet sind. Jeder hat die Wahl, ob er sich mit Gedanken innerlich «fertigmacht» oder unterstützt. Man kann sich selbst einen Stein nach dem anderen in den Weg legen – oder sich den Weg ebnen.

Was ist der grösste Irrtum beim Mentaltraining?

Dass es dabei vor allem darum geht, sich zu motivieren oder zu entspannen. Die meisten Sportler, die sich an einen Mentaltrainer wenden, sind vielmehr zu motiviert – und das kann zum Misserfolg führen.

Wie kann zu viel Motivation schaden?

Viele Sportler wollen es zu gut machen. Deshalb können sie im entscheidenden Moment ihre Leistung nicht optimal abrufen. Der Erwartungsdruck ist zu hoch, das Ziel unrealistisch, der Körper zu verspannt. Das Mentaltraining bewirkt, dass der Sportler mit mehr Freude, besser und technisch versierter läuft, schwimmt, klettert oder was auch immer er für eine Sportart ausübt.

Was kann man tun, wenn der Erwartungsdruck zu gross wird?

Rücken Sie die Verhältnisse zurecht: Für den Lauf der Welt spielt es überhaupt keine Rolle, ob Sie eine neue Bestzeit laufen. Sie verdienen keinen Rappen mit Ihrem sportlichen Hobby, sondern Sie möchten (wieder) Freude damit haben. Und was die anderen denken, wenn man eine Minute früher oder später ins Ziel kommt, kann Ihnen sowieso egal sein. Atmen Sie zweimal tief durch und bleiben Sie gelassen.

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Was läuft bei Stress im Körper ab?

Bei Aufregung steigt der Puls, die Muskeln verspannen sich, man schwitzt, die Stimme wird brüchiger und so weiter. All das wird vom Gehirn über Botenstoffe gesteuert. Diesen «Chemiecocktail» im Hirn kann man lernen zu beeinflussen. Und das übt man beim Mentaltraining.

Also ist Mentaltraining nur ein anderer Begriff für «positiv denken»?

Nein, es umfasst viel mehr. Dabei schaut man zusammen mit dem Sportler, welches Ziel er erreichen will, warum er es erreichen will und welche Faktoren ihn daran hindern. Dann sucht man gemeinsam innere Bilder, Wörter und anderes, das ihn unterstützt. Der Sportler lernt auch, negative Gedanken zu stoppen, seine Emotionen zu kontrollieren und Bewegungsabläufe zu verbessern, zum Beispiel kürzere Schritte zu machen oder mehr über den Mittelfuss zu laufen.

6 Tipps für mentale Stärke

  1. Wer sich zu etwas motivieren will, muss zuerst wissen, was er genau erreichen will und warum.
  2. Die nächste wichtige Frage ist: Was habe ich davon, wenn ich dieses Ziel erreiche? Basteln Sie sich eine Collage aus Fotos, die das symbolisieren, was sie an positiven Dingen erwartet, wenn Sie Ihr Ziel erreicht haben, sei es ein Rauchstopp oder ein Trainingsprogramm.
  3. Sie können den «Mehrwert», den Sie bei Zielerreichung haben, auch stichpunktartig notieren. Bilder sind jedoch stärker als Worte.
  4. Befestigen Sie Ihren Trainingsplan gut sichtbar oder platzieren Sie ihn auf dem Computerbildschirm. Tragen Sie Ihre Erfolge ein, zum Beispiel die tiefere Pulsfrequenz trotz gleichem Tempo.
  5. Legen Sie fest, bei welchem Ziel Sie sich welche Belohnung gönnen.
  6. «Lernkarten» können eine gute Hilfe sein, um sich immer wieder an die im Mentaltraining erarbeiteten Punkte zu erinnern. Zum Beispiel könnte auf einer Karte gegen das Lampenfieber von Wettkampfläufern stehen: «Ich bin gelassen, ich freue mich aufs Laufen.»

von Rinaldo Manferdini,

veröffentlicht am 24.03.2020


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