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Gesünder leben?

«Wir wollen in Gegenwelten abtauchen»

Runterfahren, entschleunigen, bewusster in die Ferienwelt eintauchen, Gegenwelten schaffen. Das möchten die Menschen in ihrer Freizeit machen, sagt Heinz Keller von Schweiz Tourismus.

Gibt es einen Trend, was unsere Freizeit anbelangt?

Ganz klar, ja. Die Schlüsselworte heissen entschleunigen, runterfahren. Unser Alltag wird immer hektischer und globalisierter. Deshalb sagen viele ganz gezielt: Stopp. Und setzen einen Kontrapunkt.

Welche konkreten Kontrapunkte werden gesucht?

Natur mit allen Sinnen und alle möglichen Bewegungsarten. Die Menschen möchten bewusster in die Ferienwelt eintauchen. Sei es gehend oder auf dem Velo. Das Rennvelo feiert gerade ein Comeback.

Zeichnet sich auch Neues ab?

Meditatives Verweilen auf dem Wasser, etwa Stand up Paddling. Was ebenfalls zunimmt ist das «Wandern auf See»: Mit dem Seekajak über das Wasser gleiten und dort anzulegen, wo es einem gefällt, sei es ein Beizenstopp oder etwas anderes. Eine starke Nachfrage besteht auch nach kreativer Betätigung – vom Scherenschnitt bis hin zum Steine hauen.

In welchem Alter suchen die Menschen die Entschleunigung am meisten?

Der Altersdurchschnitt der Entschleuniger sinkt kontinuierlich. Heutzutage wollen die Menschen bereits ab Mitte 20 aus dem «Hamsterrad» ausbrechen. Beliebt ist etwa das Wandern von Hütte zu Hütte, vor allem auch bei Jungen.

Was macht das Wandern bei Jungen so beliebt?

Die Jungen lernen das Wandern in Neuseeland kennen und merken dann, dass es auch in der Schweiz möglich ist. (Lesen Sie unten weiter...)

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Ihr Wandertipp?

Der Kesch-Trek, drei SAC-Hütten, vier bis sechs Stunden wandern pro Tag, vier Tage Bündner Bergwelt vom Schönsten. Etwas ganz anderes sind mietbare Alphütten. Es gibt über 200 in der Schweiz. Ein Tipp für zwei Wochen Ferien sind die Alpenpässe von Sargans nach Montreux. Pro Tag 1000 bis 1800 Höhenmeter, jeder Tag bietet ein neues Tal. Man sieht, wie die Bergwelt je nach Region eine andere ist. Die Etappen können auch einzeln absolviert werden.

von Silvia Schütz,

publiziert am 11.06.2018


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