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Gesünder leben?

Giftiges Gemüse? Aber natürlich

Wussten Sie, dass in so manchem Gemüse Gift steckt? iMpuls verrät Ihnen, wie gefährlich die natürlichen Giftstoffe tatsächlich sind und was Sie beachten sollten.

Um sich vor Schädlingen zu schützen, greifen einige Pflanzen zu einer effizienten Waffe: Gift. Dieses kann in einigen Fällen auch für den Menschen unangenehme Folgen haben. Die gute Nachricht ist, man kann sich vor Lebensmittelvergiftungen schützen. So werden einige Giftstoffe durch Kochen zerstört oder entwickeln sich erst gar nicht, wenn das Gemüse richtig gelagert wird.

Zucchetti, Kürbis, Gurken und Melonen – Vorsicht bitter

Wenn Kürbisgewächse einen bitteren Geschmack haben, sollten sie nicht mehr gegessen werden. Sie können den Bitterstoff Cucurbitacin enthalten. Für den Menschen ist die Substanz giftig und kann Übelkeit, Erbrechen und Durchfall zur Folge haben. Der Bitterstoff ist aus den Gemüsen eigentlich herausgezüchtet worden. Selten ist das Gift dennoch enthalten, dies entsteht durch spontane Mutationen (zum Beispiel bei sehr heissem Wetter). Das Gift wird durch Kochen nicht zerstört. Vergiftungen treten eher selten ein, da durch die enthaltenen Bitterstoffe die erforderliche gefährliche Menge nicht verzehrt wird.

Nachtschattengewächse weder ungekocht noch grün essen

Nachtschattengewächse, also Kartoffeln, Auberginen und Tomaten, enthalten das Gift Solanin. Bereits in kleineren Dosen kann es zu Magen-Darm-Beschwerden und Kopfschmerzen führen. Bei den Kartoffeln findet es sich in den grünen Stellen, den Keimen und der Schale. Werden die Kartoffeln zu warm oder nicht im Dunkeln gelagert, beginnen die Knollen zu keimen. Die betroffenen Stellen sollten grosszügig herausgeschnitten werden. Bei Tomaten steckt das Solanin in den unreifen grünen Früchten und im Strunk. Entfernen Sie also den Stielansatz und essen Sie keine grünen und unreifen Früchte. Dasselbe gilt für Auberginen, je reifer sie sind, desto geringer ist der Solaningehalt.

Solaninvergiftungen gibt es selten. Dies liegt daran, dass Solanin sehr bitter schmeckt und bei hoher Konzentration das Gemüse kaum geniessbar ist. Gemäss Berechnungen müsste eine 60 Kilogramm schwere Person mindestens 800 Gramm Kartoffeln (ca. 13 Stück) mit hohem Solaningehalt essen, um eine gefährliche Dosis zu erreichen. (lesen Sie unten weiter...)

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Phasin in grünen Bohnen, vor allem für Kinder gefährlich

Grüne Bohnen sind im rohen Zustand giftig. Bereits fünf bis sechs davon können für ein Kind tödlich sein. In grünen Bohnen, aber auch in Hülsenfrüchten steckt das Gift Phasin. Diese Substanz verklumpt die roten Blutkörperchen. Symptome einer Vergiftung sind zudem Entzündungen der Darmschleimhaut, Übelkeit, Erbrechen und Blutungen im Magen-Darm-Bereich. Beim Kochen wird Phasin unschädlich gemacht. Gekochte grüne Bohnen und Hülsenfrüchte sind also kein Problem.

Oxalsäure in Rhabarber, Mangold, Spinat und Randen

Eine alte Bauernregel besagt, dass Rhabarber nur bis zum 24. Juni geerntet werden darf. Ein Grund dafür soll die enthaltene Oxalsäure sein. Bei Erwachsenen beginnt die gefährliche Dosis bei etwa fünf Gramm. 100 Gramm Rhabarber enthalten nur circa 0,2 bis 0,5 Gramm Oxalsäure. Je jünger der Rhabarber ist, desto geringer ist der Oxalsäuregehalt. Effektiver ist Kochen, die enthaltene Oxalsäure geht nämlich ins Kochwasser über.

Unser Körper kann im Normalfall, der somit kein Problem darstellt, die Oxalsäure selbst wieder ausscheiden. An Nierensteinen erkrankte Personen sollten hingegen eine oxalsäurereiche Ernährung meiden, da diese die Entstehung von Nierensteinen fördern kann. Sie sollten daher nicht zu viele Lebensmittel wie Randen, Mangold, Spinat oder Kakao zu sich nehmen.

«Die Dosis macht das Gift»

Für Erwachsene sind also die meisten giftigen Substanzen, die im Gemüse vorkommen, wenig gefährlich. Für eine schädliche Dosis des Gifts, müssten grosse Mengen gegessen werden. Bei Kindern sieht es anders aus, wie zum Beispiel bei der grünen Bohne. Falls etwas Giftiges geschluckt worden ist, immer zuerst den Mund gut ausspülen. Danach Anruf beim Schweizerischen Toxikologischen Informationszentrum, Tox Info Suisse 24h-Telefon: 145.

Publiziert am 15.09.2017,

von Claudia Vogt


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