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Gesünder leben?

Die Mikrowelle – nützlich, aber auch gesund?

Mikrowellengeräte sind ungefährlich – solange die Türe sauber schliesst.

Der «Radarherd», den der Amerikaner Percy Spencer 1947 präsentierte, war alles andere als für den Hausgebrauch geeignet: Etwa einen Meter achtzig hoch, 340 Kilo schwer, 3000 Watt stark und mit Wasserkühlung. Eigentlich hatte Spencer Radaranlagen fürs Militär entwickelt. Bis ihm beim Test eines solchen Geräts plötzlich ein Schokoriegel im Hosensack schmolz – und Spencer diesen Nebeneffekt zu nutzen wusste.

So funktioniert die Mikrowelle

Der Begriff «Mikrowelle» ist eigentlich irreführend. Denn die «Mikrowellen» haben immerhin eine Wellenlänge von einem Millimeter bis zu einem Meter. Werden wasserhaltige Speisen den Mikrowellen ausgesetzt, geraten die Wassermoleküle ins Schwingen, wodurch sich das Essen erhitzt. Forscher haben diesen Effekt auch schon genützt, um nasse Küchenschwämme zu desinfizieren – über 99 Prozent der Bakterien darin waren nach zwei Minuten eliminiert. 

Keine Krebsgefahr

Mitte der 1960er-Jahre kamen handlichere Mikrowellengeräte auf den Markt. Sie wurden jedoch von vielen Konsumenten mit Skepsis beäugt – zu Unrecht, wie Wissenschaftler heute überzeugt sind. Gemäss dem  deutschen Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) geht von technisch einwandfreien Mikrowellengeräten mit sauberen, dicht schliessenden Türrahmen keine gesundheitliche Gefahr aus. Sie lösen nach heutigem Wissensstand weder Krebs aus, noch schädigen sie die Erbsubstanz. Und die Nährwerte der darin erhitzten Speisen verändern sich wie beim üblichen Kochen.

Kaum Leckstrahlung

Mikrowellenstrahlung könnte etwa sechs Millimeter tief in Muskelgewebe eindringen, in Fett oder Knochen circa fünf Zentimeter. Da die Geräte aber sehr gut abgeschirmt sind, beträgt die Leckstrahlung an der Geräteoberfläche laut BfS nur ein Prozent des festgelegten Grenzwerts. Sie tritt vor allem in der Nähe der Türe und der Sichtblende auf. Mit zunehmenden Abstand nimmt sie  rasch ab und beträgt in einem Meter Entfernung noch maximal ein Dreissigstel des an der Oberfläche gemessenen Werts.

Essen vorher umrühren

Das «Gefährlichste» an den Geräten ist, dass man sich die Zunge verbrennen kann, weil Mikrowellen das Kochgut ungleichmässig erhitzen. Deshalb empfiehlt es sich, die Speisen vor dem Essen gut umzurühren. Wichtig ist, keine geschlossenen Gefässe wie etwa  Babynahrung im Glas in die Mikrowelle zu stellen. Sie können explodieren und zu Verbrennungen führen.

Publiziert am 13.11.2017,

von Dr. med. Martina Frei


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