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Gesünder leben?

Macht Fast Food wirklich dick?

Ein Zusammenhang wird immer behauptet, ist aber nicht bewiesen. Ein ausgeklügeltes Experiment hat nun Erstaunliches zu Tage gebracht.

Hamburger, Hot Dogs, Muffins, Snacks – sind solche hochraffinierten Lebensmittel mit-verantwortlich für die Übergewichtsepidemie? Ja klar, denkt jeder, der «Super Size Me» kennt.

Für diesen Film ass der Hauptdarsteller 30 Tage lang Unmengen von Fast Food. Das Resultat: Er nahm 11 Kilo zu.

Ausgeklügelter Versuch

Bewiesen ist der Zusammenhang zwischen hochverarbeiteten Lebensmitteln und Übergewicht damit aber nicht. Dafür braucht es schon mehr, nämlich ein ausgeklügeltes Experiment wie dieses:

Zwei Diäten mit gleicher Menge an Kalorien, Zucker, Energiedichte, Ballaststoffen und Salz – eine davon besteht aus Mahlzeiten und Snacks mit möglichst wenig verarbeiteten Nahrungsmitteln, die andere fast gänzlich aus Mahlzeiten mit hochraffinierten Produkten wie Fast Food.

Rund 500 Kilokalorien mehr pro Woche

Dazu zwanzig Versuchspersonen, die sich freiwillig 28 Tage lang in ein Forschungszentrum begeben, dort weite Kleidung tragen (damit sie möglichst wenig spüren, ob sie zu- oder abnehmen), die täglich eine Stunde auf einem Hometrainer pedalen und nur das essen, was ihnen vorgesetzt wird – erst 14 Tage lang die eine Diät, dann 14 Tage lang die andere, wobei die Versuchspersonen jeweils essen dürfen, so viel sie wollen.

Das Resultat: Rund 460 Kilokalorien mehr pro Woche, wenn stark verarbeitete Lebensmittel auf den Tisch kommen. Mehr Fett, mehr Salz, mehr Zucker, mehr Kalorien beim Frühstück und beim Mittagessen. Und am Ende knapp ein Kilo mehr auf der Waage. (Lesen Sie unten weiter...)

Schnell gekaut, mehr verspeist

Oder aber knapp ein Kilo Gewicht weniger nach zweiwöchiger Ernährung mit wenig verarbeiteten Lebensmitteln, dazu bessere Cholesterinwerte, tiefere Spiegel des «Hungerhormons» Ghrelin und höhere Werte beim Appetit-bremsenden Hormon PYY – womit die Studie beweist, dass eine Ernährung mit viel hochraffinierten Produkten zur Gewichtszunahme führt. Super Size Me, also doch.

Ein Grund für die Unterschiede ist vermutlich, dass hochverarbeitete Lebensmittel kaum gekaut werden müssen. Deshalb konnten die Versuchsteilnehmer in kurzer Zeit mehr davon verdrücken und das Sättigungsgefühl trat erst später auf.

Auch die Kosten fallen ins Gewicht

Wer dafür sorgen will, dass sich Menschen besser ernähren, müsse berücksichtigen, wie viel Zeit und Geld ins Zubereiten von Mahlzeiten mit wenig verarbeiteten Produkten investiert werden müssten, im Vergleich zur Ernährung mit Hamburger & Co. Für 2000 Kilokalorien täglich gebe man umgerechnet etwa 150 Franken pro Woche aus, wenn die Ernährung möglichst naturbelassen sein soll – aber nur rund 105 Franken, wenn sie aus hochverarbeiteten Produkten bestehe, rechnen die Forscher vor, die sich das Experiment ausgedacht haben.

Quelle: «Cell Metabolism»

von Dr. med. Martina Frei,

veröffentlicht am 21.11.2019, überarbeitet am 18.12.2019


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