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Gesünder leben?

Auf coole Weise Kilos verlieren

Mit Frieren abnehmen? Das soll tatsächlich möglich sein – und zwar dank dem braunen Fettanteil, der Energie nicht speichert, sondern verbrennt.

Wer Gewicht verlieren will, sollte weniger Kalorien aufnehmen, als er verbraucht. Sprich: Sich mehr bewegen und weniger essen. Doch in dieser einfachen Formel geht oft eine weitere, weniger offensichtliche Möglichkeit vergessen: Der Körper verbraucht auch Energie, wenn er sich warm halten muss. Das hat vor allem mit dem braunen Fettgewebe zu tun.

Im Gegensatz zum weissen Fettgewebe, das überschüssige Energie speichert und so Fett ansetzt, verwandelt das braune Fett die Energie in Wärme, lässt den Körper also Fett verbrennen. Lange Zeit herrschte die Ansicht vor, ausschliesslich Babys würden über braune Fettzellen verfügen, weil ihre Muskeln noch nicht genug ausgebildet sind, um Wärme durch Zittern zu erzeugen. Heute ist klar: Auch Erwachsene haben braunes Fettgewebe. Wissenschaftler sind daran, nach Wegen zu suchen, wie die braunen Fettzellen im Körper vermehrt aktiviert werden können.

Warum uns Kälte gut tut

Eine japanische Studie konnte nachweisen, dass die Heizleistung des braunen Fetts deutlich zunimmt, wenn man sich täglich mindestens zwei Stunden in einem Raum aufhält, der nicht wärmer als 17 Grad ist. Zu Beginn des Versuchs verbrannten die Probanden täglich rund 100 zusätzliche Kilokalorien, nach sechs Wochen waren es über 300 Kilokalorien.Zu einem ähnlichen Resultat kam auch ein Versuch des Universitätsklinikums Hamburg: Labormäuse, die unter verschiedenen Umgebungstemperaturen gehalten wurden, erhielten das identische Überangebot an Futter. Jene Tiere, die nachts in einer Kältekammer schliefen, blieben trotz gleichen Futterkonsums schlank. Ihr Körper verbrannte die überschüssige Energie sofort, um sich zu wärmen. (Lesen Sie unten weiter...)

Gutes Fett, schlechtes Fett

Räume nicht zu warm halten

Das Problem: Wir halten uns gerne in geheizten Räumen auf – und lassen auf diese Weise das Potenzial der braunen Fettzellen verkümmern. Warum nicht in den Monaten, in denen geheizt wird, die Temperatur um zwei oder drei Grad herunterdrehen? Damit liessen sich nicht nur Heizkosten sparen. Es könnte auch helfen, die körpereigene Energiebilanz in den Griff zu kriegen – allerdings auf Kosten des Komforts. Immerhin: Menschen gewöhnen sich relativ rasch an die kühleren Temperaturen.

Auch Sport kurbelt übrigens die Bildung brauner Fettzellen an. Diese heizen nicht nur sehr effizient, sie stellen dem Körper auch Energie bereit, indem sie die Fettspeicher verbrennen. Sportler verfügen deshalb über einen höheren Anteil an braunem Fett.

von Manuela Specker,

publiziert am 05.09.2018


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