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Gesünder leben?

Dem Strahle-Lächeln nachhelfen – aber wie?

Weisse Zähne haben einen Wow-Effekt. Zahnaufhellungen, auch Bleaching genannt, liegen deshalb im Trend. Sie empfehlen sich aber nur unter bestimmten Voraussetzungen.

Verschiedene Methoden
  • Beim Home-Bleaching fertigt der Zahnarzt eine individuell angepasste Kunststoff-Schiene an. Diese füllt man daheim mit dem Bleichgel und trägt sie täglich ein bis zwei Stunden oder die ganze Nacht hindurch. Nach zirka zwei Wochen sind die Zähne bis zu drei Farbstufen heller. Home-Bleaching gilt nach Angaben der Schweizerischen Zahnärzte-Gesellschaft (SSO) als nachhaltigste Methode. Je nach Ernährungs- und Putzgwohnheiten kann das Ergebnis mehrere Jahre halten.
  • Weissere Zähne in nur 90 bis 120 Minuten – das ist beim Power Bleaching in der Zahnarzt-Praxis möglich. Dazu wird ein höher konzentriertes Bleichmittel benutzt als beim Home-Bleaching. Das Zahnfleisch muss deshalb sorgfältig abgedeckt werden, damit es nicht zu Irritationen kommt. Nachteil: Das Schnellbleichen kann die Zähne überempfindlich machen. Wer sowieso schon sensibel auf Wärme oder Kälte, Süsses oder Saures reagiert, wählt besser das schonendere Home-Bleaching. Wobei die Zähne auch hier vorübergehend empfindlicher sein können.
  • Für wurzelbehandelte Zähne kommt das Interne Bleaching in Frage. Der Zahnarzt öffnet dafür den Eingang des Wurzelkanals, bringt das Bleichmittel ein und verschliesst den Zahn provisorisch. Erst wenn der gewünschte Farbton erreicht ist, kommt die endgültige Füllung. Nachteil: Die Zähne dunkeln mit der Zeit wieder nach.

Ein umwerfendes Strahlen wie Julia Roberts – schön wär's. Die meisten Menschen haben von Natur aus elfenbeinfarbene, also eher gelbliche Zähne. Dass sie im Laufe des Lebens noch nachdunkeln, ist normal. Zudem kann sich das Gebiss durch Nahrungs- und Genussmittel wie Kaffee, Tee oder Rotwein verfärben. Oder durch Wurzelbehandlungen sowie bestimmte Medikamente, etwa Antibiotika.

Zuerst zum Zahnarzt

Wer sich an seinen dunkleren Beisserchen stört und ans Bleichen denkt, sollte sich zuerst untersuchen lassen. Denn: «Für ein Bleaching müssen die Zähne kariesfrei sein», sagt Susann Lorani vom schweizweiten Praxisnetz www.zahnarztzentrum.ch. Idealerweise hat es zudem in der Frontpartie keine Füllungen oder Kronen, denn diese werden nicht mitgebleicht. Welche zu haben, bedeutet in der Regel: Es braucht später neue im helleren Farbton. Bevor es ans Aufhellen geht, wird darüber hinaus eine professionelle Zahnreinigung empfohlen, um oberflächliche Verfärbungen und Verschmutzungen zu entfernen.

Verschiedene Methoden

Gebleicht wird dann mit einem speziellen Gel aus Carbamidperoxid. Es dringt in den Zahnschmelz ein und spaltet die eingelagerten Farbpigmente in farblose Verbindungen auf. Es gibt dafür drei unterschiedliche Methoden, die je rund 500 Franken kosten (siehe Kasten).

Nichts für Schwangere und Jugendliche

Die Schweizerische Zahnärzte-Gesellschaft (SSO) bewertet professionelles Bleaching als insgesamt unbedenklich. Nach bisherigen Erkenntnissen bestehe weder erhöhte Kariesgefahr noch gehe Zahnsubstanz verloren. Aber: Schwangeren oder stillenden Frauen sowie Jugendlichen unter 18 Jahren wird davon abgeraten, das Bleichmittel anzuwenden.

Hände weg von Hausmitteln

Vorsicht ist zudem bei Behandlungen in Eigenregie angebracht. Laut Susann Lorani bringen Bleichmittel aus Apotheken oder Drogerien wenig, weil ihre Konzentration sehr niedrig ist. Aufhellende Zahnpasten können hingegen helfen, oberflächliche Verfärbungen durch Kaffee oder Tee wegzuputzen, sind aber meistens sehr abrasiv. Sie rauen den Zahnschmelz auf, was Verfärbungen schneller wiederkommen lässt. Deshalb besser nur selten benutzen.

Nachweislich schädlich für die oberste Zahnschicht sind Hausmittel wie Natron (Backpulver). Auch wenn Julia Roberts angeblich darauf schwört.

von Vera Sohmer,

publiziert am 20.10.2017

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