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Gesünder leben?

Gesünder leben?

Was tun gegen Läuse, Milben und andere Plagegeister?

Warum man im Hotel hinter Bilderrahmen schauen sollte. Und was man noch gegen die kleinen Plagegeister auf der Haut und in den Haaren tun kann.

Flöhe

«Die Flöhe und die Wanzen gehören auch zum Ganzen», schrieb der deutsche Dichter Johann Wolfgang von Goethe. Flöhe sind Meister im Springen. Gelandet, suchen sie sich zuerst eine gute Stelle, um dort mit ihrem kombinierten Saug- und Stechrüssel Blut zu saugen. Deshalb findet man meist mehrere Stiche in unmittelbarer Nachbarschaft oder in einer Reihe. Die kleinen, roten juckenden Knötchen stammen selten von einem Menschenfloh, sondern meist von Hunde- oder Katzenflöhen, die sich das falsche Opfer gesucht haben. Auch beim Reinigen von Nistkästen oder Vogelbehausungen kann einmal ein Floh überspringen.

Behandlung: Mehrmals täglich Staub saugen und die Lieblingsorte des Haustiers gründlich reinigen. Decken bei mindestens 60 Grad Celsius waschen. Es gibt Wärme- und Lichtfallen, an denen Flöhe kleben bleiben. Stammen die Flöhe vom Haustier, sollte man es behandeln, aber aufpassen: Permethrin, ein Wirkstoff, der bei Hunden hilft, ist für Katzen hochgiftig! Deshalb immer nur die Präparate verwenden, die für die jeweilige Tierart zugelassen sind.

Milben

Sie beissen und saugen gern im Dunkeln, sei es Blut oder Gewebeflüssigkeit. Vollgesaugt können die Milben bis zu einen Millimeter gross werden. Kaum sind sie satt, lassen sie sich abfallen. Der Juckreiz – meist findet man mehrere Stiche gruppiert – tritt erst Stunden später auf, wenn die Milben sich längst wieder verkrochen haben.

Von der Wüstenrennmaus über das Kaninchen bis zum Vogel kann fast jedes Haustier Milben beherbergen. Herbstmilben wiederum warten auf Grashalmen darauf, abgestreift zu werden. Und auch in Heu oder Stroh können Milben leben.

Hausstaubmilben dagegen stechen nicht, ihr Kot kann aber allergisches Asthma hervorrufen. Sie leben zum Beispiel in Matratzen und Teppichen.

Behandlung: Ein Mittel gegen Juckreiz hilft. Stammen die Milben vom Haustier, fragt man am besten den Tierarzt um Rat.

Wer gegen Hausstaubmilben allergisch ist, sollte die Wohnung möglichst milbenfrei halten. Spezielle Matratzenbezüge schaffen ebenfalls Abhilfe.

Krätze

Die Verursacher der Krätze gehören ebenfalls zu den Milben, haben sich aber auf den Menschen spezialisiert. Sie sind maximal 0,5 Millimeter gross und graben bis zu ein Zentimeter lange Gänge in die Haut. Dort legen sie ihre Eier und Kot ab – am liebsten zwischen den Fingern, in der Leiste und im Intimbereich. Das juckt dann vor allem nachts tierisch, aber nicht immer sofort. Bis zu sechs Wochen können vergehen, bis der Betroffene den Juckreiz spürt.

Behandlung: Wirkstoffe zum Einnehmen oder zum Auftragen beseitigen das Übel. Die engsten Mitbewohner sind oft ebenfalls befallen und müssen mitbehandelt werden.

Ohne Kontakt zu einem Menschen überleben Krätzemilben maximal drei Tage. Deshalb die in den letzten Tagen getragenen Wäschestücke ein paar Tage lang in einen verschlossenen Plastiksack stecken oder bei mindestens 50 Grad waschen und bügeln oder sehr heiss trocknen.

Darmwürmer

Von ihnen gibt es viele Arten und sie verursachen nicht immer Beschwerden. Typische Anzeichen sind Bauchschmerzen, Durchfall oder Verdauungsprobleme ähnlich wie beim Reizdarm. Manche Wurmweibchen legen ihre Eier nachts rings um den After ab und das juckt. Andere Würmer sieht man zufällig beim Gang aufs WC.

Anstecken kann man sich durch die Aufnahme von Wurmeiern mit verschmutzter Nahrung, beim Kontakt mit Tieren oder zum Beispiel beim Genuss von rohem Fisch.

Behandlung: Zuerst braucht es eine Diagnose, um welche Wurmart es sich handelt. Je nachdem kommen andere Wirkstoffe zum Einsatz. Nach der Behandlung Bettwäsche und Körperwäsche wechseln.

Vorbeugung: Wichtig ist gute Händehygiene vor jedem Essen (inklusive saubere Fingernägel). Hunde und Katzen sollte man regelmässig entwurmen.

(Fortsetzung weiter unten…)

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Zecken

Kaum steigen die Temperaturen draussen über zehn Grad, erklimmen diese achtbeinigen Spinnentiere wieder Unterholz, Büsche und Grashalme, wo sie auf ihre Opfer warten. Eigentlich haben es Zecken vor allem auf Tiere abgesehen, aber wenn sich keine Alternative bietet, stechen sie auch Menschen. Zecken rund um den Globus können mehrere Dutzend Erreger übertragen. In der Schweiz sind vor allem die Borreliose und die FSME (Hirn- und Hirnhautentzündung) gefürchtet.

Behandlung: Festgebissene Zecken grad entfernen und die Stelle desinfizieren. Kommt es in den Tagen oder Wochen danach zu einer Hautrötung (mindestens fünf Zentimeter), zu Kopf- oder Gelenkschmerzen oder zu grippeähnlichen Beschwerden, sollte man den Arzt aufsuchen. Gegen Borreliose gibt es Antibiotika.

Vorbeugung: Vor dem Querfeldeinspazieren ein Anti-Zecken-Spray auf Kleidung, Schuhe und Haut auftragen und sich danach gründlich nach Zecken absuchen. Zecken stechen meist nicht sofort zu, sondern krabbeln eine Weile herum, bis sie eine günstige Stelle gefunden haben. Sie bevorzugen die Leisten, Beine, Achseln, Gürtellinie, Hals, Nacken und bei Kindern auch die Kopfhaut.

Wer sich gegen FSME impfen lassen will: Mindestens einen Monat vor Beginn der Zeckensaison daran denken! Denn selbst ein schnelles Impfschema verleiht allerfrühestens nach 21 Tagen einen gewissen Schutz.

Bettwanzen

Wo eine Wanze ist, sind meist viele. Tagsüber verstecken sie sich unter Matratzen, in Ritzen, Möbeln oder Bilderrahmen. Im Dunkeln krabbeln die bis zu sieben Millimeter grossen, bräunlichen Tierchen dann heraus und stechen meist erst ein paar Mal zu, biss sie eine geeignete Stelle zum Blutsaugen gefunden haben. Wanzen können ohne Nahrung monatelang überleben.

Behandlung: Abhilfe schafft nur der Kammerjäger.

Vorbeugung: Bettwanzen sind auf Reisen häufig anzutreffen. Am besten wirft man im Hotel einen Blick in die einschlägigen Verstecke. Getragene Wäsche in einen verschlossenen Plastiksack stecken und Koffer nicht offen stehen lassen, sondern schliessen. Für die USA kann man die Website bedbugregistry.com konsultieren, dort sind Hotels aufgeführt, in denen Bettwanzen entdeckt wurden. Auch beim Kauf von gebrauchten Möbeln sollte man vorher einen Blick in die Ritzen werfen.

Läuse

«Läuse bekommen nicht die unhygienischen Kinder, sondern diejenigen, die sehr sozial sind und ihre Köpfe zusammenstecken», betont Sabine Schmid, Leitende Schulärztin der Stadt Zürich. Dann krabbeln die Läuse von einem Haarschopf zum nächsten. Überspringen können sie nicht. Meist werden die etwa zwei bis vier Millimeter grossen Läuse nach den Schulferien entdeckt.

Sie saugen alle paar Stunden etwas Blut und diese kleinen, roten Stiche jucken. Die Weibchen legen täglich bis zu zehn helle Eier und kleben sie an den Haaren fest. Ohne Kontakt zum Menschen überleben Kopfläuse meist nur ein paar Stunden.

Es ist hilfreich, wenn Eltern ihren Kindern beim Haare waschen helfen und dabei auf Lausbefall achten, sagt Schmid. Um Kopfläuse sicher zu erkennen, macht man die Haare nass, gibt dann viel Conditioner aufs Haar und kämmt sie Strähne für Strähne durch. Er macht die Läuse lahm. Anschliessend kämmt man die Haare mit einem Läusekamm. Unter kopflausinfo.ch gibt es Informationen.

Behandlung: In der Apotheke gibt es verschiedene Wirkstoffe gegen Läuse. Manche der Mittel sind brennbar, man darf darum die behandelten Haare nicht heiss föhnen. Am besten wäscht man den Wirkstoff nach der Behandlung über dem Brünnli aus, damit er beim Duschen nicht über den ganzen Körper fliesst. Die Bettgspänli sollten ebenfalls behandelt werden, Bettwäsche und Plüschtiere aber nicht. Leere Eihüllen (Nissen) können noch Wochen später an den Haaren haften, sie sind aber kein Grund zur Sorge und lassen sich mit Essig ablösen.


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