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Gesünder leben?

Lässt Übergewicht das Hirn schrumpfen?

Je mehr Speck am Bauch, desto weniger graue Zellen im Hirn – auf diesen Nenner kommt eine britische Studie. Und damit ein viel höheres Risiko, an Demenz zu erkranken.

Weniger graue Zellen im Hirn bedeuten ein höheres Risiko für Demenz – so viel wussten die Forscher bisher schon. Unklar war aber, ob Übergewicht eher vor dem Gedächtnisverlust schützt oder, im Gegenteil, den geistigen Abbau noch fördert.

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Deshalb vermassen die britischen Wissenschaftler bei 9’652 Erwachsenen mittels MRI das Gehirn. Der Zusammenhang war eindeutig: Je mehr Übergewicht, desto weniger graue Hirnmasse.

Fettverteilung spielt grosse Rolle

Am auffälligsten aber war der Zusammenhang mit dem Bauchspeck. Die Versuchsteilnehmer, die stark übergewichtig waren und die Fettspeicher vor allem um die Taille trugen, hatten nämlich am wenigsten graue Zellen.

Das Volumen an grauer Hirnmasse betrug bei ihnen durchschnittlich 786 Kubikzentimeter (cm3) – zwölf cm3 weniger als bei den normalgewichtigen Versuchsteilnehmern. Das entspricht dem Volumen von etwa fünf Stückchen Würfelzucker.

Bauchfett wirkt entzündungsfördernd

Starkes Übergewicht ohne Taillenspeck ging dagegen mit einer grauen Hirnmasse von 793 cm3 einher, etwa genau so viel wie bei mittelmässig übergewichtigen Menschen mit Bauchspeck.

In der Regel geht der «Schwimmring» um die Taille mit verstärkter Fettansammlung im Bauchinnern einher. Dieses Bauchfett gilt als Quelle entzündungsfördernder Botenstoffe, die Bluthochdruck und Diabetes begünstigen, was wiederum zum Schrumpfen des Hirns beitragen kann.

Hüftumfang und Hirnvolumen

«Es ist unklar, ob Anomalien in der Gehirnstruktur zu Übergewicht führen oder ob Übergewicht zu diesen Veränderungen im Gehirn führt», sagt Mark Hamer, einer der Studienautoren. Es sei aber möglich, dass eines Tages das regelmässige Messen des Body-Mass-Indexes und des Verhältnisses von Taillen- zu Hüftumfang dabei helfen könne, Rückschlüsse auf die Gesundheit des Gehirns zu ziehen.

Quelle: «Neurology»

von Dr. med. Martina Frei,

publiziert am 06.03.2019


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