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Ist Gürtelrose ansteckend?

Ein Virus, zwei Krankheiten: Neben Windpocken kann das Varicella-Zoster-Virus später auch Gürtelrose (Herpes Zoster) verursachen, einen stark schmerzenden Hautausschlag, der meist im höheren Lebensalter auftritt.

Das Varicella-Zoster-Virus (VZV) gehört zu den meistverbreiteten Krankheitserregern überhaupt. Es tritt weltweit auf, und auch in der Schweiz weist fast die gesamte erwachsene Bevölkerung (laut BAG sind es 98 Prozent) Abwehrkörper gegen VZV auf. Das bedeutet, dass fast alle Menschen in unserem Land in der Kindheit Windpocken (auch «Spitze Blattern» oder «Wilde Blattern» genannt) durchgemacht haben.

Gürtelrose: Ursachen & Symptome

Bei rund 20 Prozent der einmal in ihrem Leben an Windpocken Erkrankten verursacht das Varicella-Zoster-Virus viele Jahre später eine weitere Krankheit: die Gürtelrose, auch Herpes Zoster genannt. Denn obschon eine VZV-Infektion in der Regel zu einer lebenslangen Immunität gegenüber Windpocken führt, überleben die Viren lebenslang im menschlichen Organismus, indem sie sich in den Hirnnerven und in den Nervenwurzeln des Rückenmarks einnisten.

Mit zunehmendem Alter und unter bestimmten Umständen, etwa bei einer geschwächten Immunabwehr, aber auch unter Einfluss von Traumata, Stress, UV-Strahlung oder bestimmten Medikamenten, beginnen sich die Viren erneut zu vermehren und wandern dem Nerv entlang nach aussen an die Haut. Dort tritt dann Gürtelrose auf. Es können alle Körperregionen von der Gürtelrose, das Gesicht (Gesichtsrose) und auch Organe wie zum Beispiel die Augen oder das Gehirn, betroffen sein. Somit ist die Gürtelrose auch am Hals, Rücken, Bein, Brust oder am Arm nicht aussergewöhnlich.

Ist die Gürtelrose ansteckend?

Gürtelrose am Arm
Gürtelrose am Arm

Eine direkte Ansteckung mit Herpes Zoster, also der Gürtelrose, ist eher selten. Der Grund: Die Gürtelrose selbst ist in der Regel eine Folgeerkrankung einer weit zurückliegenden Windpocken-Erkrankung. Während sich Windpocken über Tröpfcheninfektion leicht verbreiten können, ist bei der Gürtelrose nur die Flüssigkeit der Gürtelrose-Bläschen ansteckend, schreibt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

Wer bislang keine Windpocken hatte, dem empfiehlt das BAG bis zu einem Alter von 39 eine Nachimpfung. Auch, weil die Komplikationen einer Windpocken-Erkrankung im höheren Alter zunehmen und rund 20 % der Menschen, welche die Windpocken durchgemacht hatten, später einmal im Leben an einer Gürtelrose erkranken.

Menschen im Alter zwischen 65 und 79 sowie immungeschwächte Personen ab 50 können sich mit dem Impfstoff Zostavax gegen Herpes Zoster (Gürtelrose) seit 2017 in der Schweiz impfen lassen.

(Fortsetzung weiter unten...)

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Gürtelrose Verlauf & Anfangsstadium: Erst Schmerzen, dann Ausschlag

Die Symptome der Gürtelrose im Anfangsstadium beginnen meist mit Abgeschlagenheit, eventuell leichtem Fieber sowie brennenden Schmerzen im entsprechenden Hautgebiet. Auch Juckreiz kann auftreten. Einige Tage nach dem Auftreten der Schmerzen kommt es auf einer Körperseite zu einem streifenförmigen Hautausschlag: Rötung sowie Bläschen auf gerötetem Grund, die in Gruppen und manchmal auch in Form von Rosetten zusammenstehen und teilweise blutgefüllt sein können.

Nach einigen Tagen platzen und verkrusten die mit einer hoch ansteckenden Flüssigkeit gefüllten Bläschen, manchmal lassen sie auch Narben und Pigmentierung zurück. Die volle Rückbildung der Symptome kann bei der Gürtelrose bis zu einen Monat dauern.

Behandlung der Gürtelrose: Frühzeitig zum Arzt

Mit Schmerzmitteln sowie austrocknenden und antiseptischen Lösungen zum Auftragen auf die befallenen Körperstellen können die Symptome einer Gürtelrose gelindert werden. Zusätzlich müssen fast immer spezielle Medikamente, welche die Vermehrung des Virus hemmen, in Tablettenform oder als Infusion über die Vene verabreicht werden.

Die Medikamente, welche die Vermehrung des VZ-Virus behindern, wirken besonders gut, wenn sie frühzeitig verabreicht werden. Daher sollte beim Verdacht auf eine Gürtelrose nicht lange gezögert, sondern sofort ein Arzt – idealerweise ein Facharzt für Hauterkrankungen – aufgesucht werden. Er kann die Gürtelrose meist bereits anhand einer Befragung des Betroffenen sowie anhand der typischen Symptome diagnostizieren. Wichtig ist auch zu klären, was zum Ausbruch der Erkrankung geführt hat. Liegen keine offensichtlichen Gründe vor, kann es sich unter Umständen lohnen, nach Krankheiten zu fahnden, die zunächst keine eigenständigen Symptome, aber trotzdem eine Abwehrschwäche hervorrufen.

veröffentlicht am 14.06.2017, angepasst am 22.07.2021


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