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Gesünder leben?

Verletzungsgefahr – Vorsicht mit Wattestäbchen

Als 1923 die Wattestäbchen eingeführt wurden, ahnte der Erfinder nicht, wie viele Menschen sich damit verletzen. Allein in den USA landen deshalb jährlich etwa 12’540 Kinder in einer Notfallambulanz.

Der Gehörgang ist selbstreinigend und Ohrenschmalz ist gut für das Ohr – nur wissen das die meisten Menschen nicht. Sie halten Wattestäbchen – fälschlicherweise – für ein gutes Mittel, um die Ohren zu putzen. Von 1990 bis 2010 ereigneten sich damit allein in den USA bei Kindern über 260’000 Verletzungen, die so schwerwiegend waren, dass die Betroffenen eine Notfallambulanz aufsuchten. 

Meist passierts beim Reinigen

Ohrenschmalz richtig entfernen

Befindet sich etwas von dem zähen Sekret an der Ohrmuschel, können man es vorsichtig mit einem feuchten Waschlappen oder einem Wattestäbchen entfernen. Variante: Man lässt nach dem Duschen etwas körperwarmes Wasser ins Ohr fliessen und tupft das verflüssigte Sekret dann mit einem Taschentuch oder Wattebällchen ab. Das Risiko bei dieser Variante: Hat man sehr viel Schmalz in den Ohren, kann diese aufquellen und das Ohr verstopfen. Am sichersten und effektivsten ist es, überschüssiges Ohrenschmalz vom Arzt entfernen zu lassen.

Eine aktuelle US-Studie hat nun diese Verletzungen analysiert: 73 Prozent passierten beim Reinigen des Ohrs, zehn Prozent beim Spielen mit Wattestäbchen, neun Prozent ereigneten sich, weil sich ein Wattestäbchen zum Beispiel bei einem Sturz in den Gehörgang bohrte. 

Hörverlust und Nervenlähmungen

Solche Verletzungen sind keineswegs immer Bagatellen. Die meisten kleinen Patienten wurden notfallmässig zum Arzt gebracht, weil sie aus dem Ohr bluteten. Durchstossene Trommelfelle, Hörverlust oder Gesichtsnervenlähmungen gehören zu dem schlimmsten Folgen.

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Rat an die Eltern

Am häufigsten betroffen waren Babys und Kleinkinder im Alter von bis zu drei Jahren, bei denen die Eltern mit dem Wattestäbchen im Ohr hantiert hatten. Die Studienautoren empfehlen deshalb, alle frischgebackenen Mütter darauf hinzuweisen, dass sie bei ihrem Kind keine Wattestäbchen verwenden und diese kindersicher lagern sollten. Falls es nötig sei, das Ohrenschmalz zu entfernen, gebe es bessere Methoden als Wattestäbchen, zum Beispiel sanftes Ausspülen oder Tröpfchen, die das Schmalz aufweichen.

Datenbank erlaubt Hochrechnung

Die Basis dieser Wattstäbchen-Verletzungsstatistik ist eine US-Datenbank. Sie erfasst alle verunfallten Personen, die eines von 100 ausgewählten Spitälern aufsuchen. Dies erlaubt eine landesweite Hochrechnung für über 5’300 US-Spitäler mit einer rund um die Uhr geöffneten Notfallambulanz.

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