Schliessen

Gesünder leben?

Kneippen erfrischt Geist und Körper

Kneippen ist eine Investition in die Gesundheit. Beim Waten im kalten Wasser werden körperliche Strapazen im Nu weggespült. Wer regelmässig kneippt, stärkt ausserdem sein Immunsystem.

Kleine Anleitung fürs Kneippen

Die Beine für einige Sekunden oder Minuten in kaltes Wasser tauchen und danach sorgfältig abtrocknen. Das Wasser sollte dabei so kalt sein, dass ein leichtes Kribbeln spürbar ist.

Dasselbe kann man auch mit den Armen machen, wenn zum Beispiel im Büro der Kreislauf angeregt werden soll. Wenn einem die kalten Güsse zu unangenehm sind, kann man auf Wechselanwendungen kalt/warm ausweichen.

Das kalte Wasser fördert die Durchblutung und kurbelt die Regeneration an: Die körpereigenen Abwehrkräfte werden gestärkt. Die Kälte fördert zudem die Ausschüttung von Endorphinen und wirkt deshalb schmerzstillend.

Spitzensportler tun es, um die Erholungszeit nach harten Trainingseinheiten zu verkürzen: Sie tauchen ihre Beine in kaltes Wasser. Das fördert die Durchblutung der Muskulatur und löst dadurch Verhärtungen. Zudem wird die Ausschüttung der Endorphine angekurbelt. Diese körpereigenen Glückshormone haben eine beflügelnde und schmerzlindernde Wirkung.

Reize fördern die Selbstheilung

Gekneippt wird schon lange: Der deutsche Pfarrer und Naturheilkundler Sebastian Kneipp (1821–1897) entwickelte diese Therapieform. Durch den Reiz des kalten Wassers werden neben der Durchblutung auch der Kreislauf, das Nervensystem und der Stoffwechsel angeregt. Das alles hat einen positiven Einfluss auf unsere Abwehr- und Selbstheilungskräfte. Und nicht nur das: Wer sich einmal überwinden konnte, ins kalte Wasser zu steigen, wird erfrischt und gelöst zurückkommen. Medizinisch belegt ist diese Kur bis heute nicht. Allerdings schwören zahlreiche Sportler darauf. So steigen etwa die Radrennfahrer der Tour de France nach den Etappen ins kalte Wasser, um am nächsten Tag wieder fit zu sein. (Lesen Sie unten weiter …)

Kneippen light im Büro

In erster Linie wird Kneippen zur Prävention und nicht bei chronischen Krankheiten empfohlen. Es fördert auch kurzfristig das Wohlbefinden: Wer nach langem Stehen geschwollene Beine bekommt, wird durch das kalte Wasser Linderung erfahren. Fantastisch ist auch der Sprung in den Bergsee nach einer anstrengenden Wanderung. Danach sind die Strapazen wie weggespült. Das Gute: Kneippen ist fast jederzeit und überall möglich.

Da Kneippen eine sanfte Therapie ist, ist es praktisch für alle geeignet. Falls es trotzdem zu Schmerzen in den Beinen kommen sollte, ist es besser, die Übung abzubrechen. Kneippen light kann man auch zu Hause oder auf der Büro-Toilette, indem man die Arme für ein paar Sekunden unter den kalten Wasserstrahl hält. Mit dem Erlebnis in der freien Natur ist das allerdings nicht zu vergleichen.  

von Dr. med. Arnold Eggerschwiler,

publiziert am 12.12.2017


Das könnte Sie interessieren: