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Gesünder leben?

Entspannt im Stau – mit diesen zehn Übungen geht es

Auf welcher Seite des Gotthardtunnels die Autos im Stau stehen, spielt für die Gesundheit keine Rolle. Rückenschmerzen hinter dem Steuer gibt es hüben wie drüben. Wie Sie im Stau entspannt bleiben.

Während 24 066 Stunden hat sich der Verkehr auf Schweizer Autobahnen 2016 gestaut, zeigt eine Erhebung des Bundesamt für Strassen (ASTRA). Dabei vergeuden Autofahrer Zeit und belasten ihre Gesundheit. Mit ein paar Tricks lassen sich die Zwangspausen jedoch für Entspannung nutzen. Mit diesen zehn Übungen gelingt es.

  1. Sitzposition ändern 
    Indem Sie Ihre Sitzposition leicht abändern, aktivieren Sie den Körper. Dadurch wird die Durchblutung gefördert und der Kreislauf angeregt.
  2. Arme anspannen 
    Armmuskeln lassen sich anregen, indem die Hände das Lenkrad fest umschliessen und der Fahrer dabei die Muskeln kurz anspannt und wieder lockert.
  3. Handmuskeln aktivieren 
    Das erreichen Sie, indem Sie das Lenkrad kurz, fest packen und wieder loslassen.
  4. Kiefer anspannen 
    Spannen Sie die Kaumuskeln an, das fördert die Durchblutung.
  5. Beckenmuskulatur zusammenziehen 
    Das aktiviert die Rumpfmuskulatur.
  6. Kopf rollen Kopf
    Abwechselnd nach links und rechts drehen. Damit entspannen Sie Ihren Nacken.
  7. Katzenbuckel 
    Mit einem Katzenbuckel und anschlissendem Herausstrecken der Brust entspannt sich der Körper weiter, ebenfalls durch das An- und Entspannen des Rückens.
  8. Bewegen der Schultern 
    Ziehen Sie ihre Schultern nach oben und stossen Sie sie nach vorn und hinten, anschliessend lockern. Löst Verkrampfungen.
  9. Zehen bewegen 
    Bei Schmerzen in den Beinen hilft es, die Füsse im Stau ganz von den Pedalen zu nehmen, fest in den Boden zu drücken und die Zehen nach oben zu ziehen.
  10. Pausen machen 
    Dauert die Fahrt länger als zwei Stunden, sind Pausen von mindestens 15 Minuten angesagt. Dann sollten Sie einige Schritte gehen und die Muskeln lockern, damit der gesamte Kreislauf wieder in Schwung kommt.

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Praktische Entspannungsübungen für den Alltag

Viel Wasser trinken

Wie verhalten im Stau?

«Wenn Sie in einem beginnenden Stau stecken, sollten Sie nicht versuchen, jede Lücke sofort zu schliessen und scharf zu bremsen. Das führt zu einem Dominoeffekt, es entsteht ein grösserer Stau», sagt Franz Steiner, Verkehrsexperte bei der Winterthurer Traffic Support. Die Firma ist darauf spezialisiert, für flüssigen Verkehr – unter anderem bei Baustellen – zu sorgen.

Einen Dominoeffekt lösen laut Steiner auch Gaffer aus, die etwa ein Fahrzeug auf dem Pannenstreifen oder eine Baustelle genauer betrachten möchten und dafür mehr als nötig abbremsen.

Um leistungsfähig zu bleiben, ist es wichtig, viel zu trinken. Eine ausreichende Wasserzufuhr verhindert darüber hinaus Dehydrierung und beugt Kopfschmerzen vor. Kaffee oder Energydrinks helfen dagegen nur kurzfristig gegen Müdigkeit. Auf sie verzichten Autofahrer besser, ebenso wie auf fettes und schweres Essen.

3 Tipps, um richtig im Auto zu sitzen

Für eine entspannte Fahrt sind die Sitze zwischen 100 und 110 Grad leicht nach hinten geneigt, die Mitte der Kopfstütze befindet sich etwa auf Augenhöhe. Moderne Sitze mit Lordosenunterstützung polstern ein eventuelles Hohlkreuz aus. Bei mehrfach verstellbaren Sitzen lässt sich die Lehne exakt an den Rücken anpassen.

  • Abstand zu den Pedalen: den Sitz so einstellen, dass die Beine beim Durchdrücken der Pedale leicht angewinkelt bleiben, die Oberschenkel liegen locker auf dem Sitz.
  • Die Rückenlehne: Sie hat zum Rücken immer Kontakt. Also eher steiler als flacher einstellen.
  • Abstand zum Lenkrad: Die Handgelenke erreichen bei ausgestreckten Armen genau den oberen Lenkkranz.

Fahrspur wechseln ist kontraproduktiv

Franz Steiner, Verkehrsexperte bei der Winterthurer Traffic Support, rät auch davon ab, bei jeder Gelegenheit die Fahrspur zu wechseln, um schneller voranzukommen. Besser sei es, auf einer Spur zu bleiben und entspannt im Verkehr mitzuschwimmen. 10 bis 20 Prozent der Staus liessen sich durch rücksichtsvolles und kooperatives Verhalten verhindern, schätzt er. Die ideale Strategie sei, sich als Autofahrer mental mit dem Stau abzufinden und darauf zu fokussieren, das Beste daraus zu machen.

von Silvia Schütz,

publiziert am 20.09.2018


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