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Gesünder leben?

Mit Vitamin D gegen Infekte

Das Immunsystem braucht Vitamin D, damit es uns vor Erkältungsviren schützen kann. Hoch dosierte Mengen braucht es dazu allerdings nicht, meist reichen Spaziergänge und etwas Supplemente.

Jeden Winter das Gleiche: verschnupfte Nase, Halsweh, Ohrenentzündung oder im schlimmsten Fall gar eine richtige Virusgrippe. Die kalte Jahreszeit scheint es Erkältungsviren besonders leicht zu machen, in den menschlichen Körper einzudringen. Warum das so ist,  ist noch nicht abschliessend geklärt. Eine Theorie aber hält sich hartnäckig unter Forschern: Im Winter produziert der Körper wegen geringerer Sonneneinstrahlung weniger Vitamin D. Der Nutzen dieses Vitamins für das Immunsystem ist bekannt. Kursiert zu wenig davon im Körper, könnte dies möglicherweise das Immunsystem schwächen und es den Viren leichter machen.

Vitamin D lässt sich nicht bunkern

Klar ist: im Sommer produziert der Körper durch das reichliche Sonnenlicht viel Vitamin D. Johan Mohan forscht mit seinem Team an der Universität Oslo schon seit über 30 Jahren zu Vitamin D. Er sagt: «Vitamin D wirkt wie ein Antibiotikum und stärkt das Immunsystem». Der UV-Anteil im Sonnenlicht regt die Produktion des Vitamin D in der Haut an. Der Körper erhält Vitamin D zu etwa 80 bis 90 Prozent über diesen Weg. Über die Nahrung wird nur wenig Vitamin D direkt aufgenommen.

In den Wintermonaten aber steht die Sonne zu niedrig für eine ausreichende Produktion. «Die Halbwertszeit von Vitamin D beträgt nur drei bis sechs Wochen und daher kann uns auch ein sonnenreicher Sommer nicht über den Winter helfen», sagt die Schweizer Vitamin-D-Expertin Heike Bischoff-Ferrari vom Universitätsspital Zürich. In der Schweiz herrscht von November bis Ende April zu wenig Sonnenintensität, um ausreichend Vitamin D in unserer Haut zu bilden. «Der Vitamin-D-Mangel ist daher im Winter besonders ausgeprägt, mehr als 50 Prozent der Menschen – unabhängig vom Alter – sind davon betroffen.». Dadurch fehle der volle schützende Effekt.

Mehr Knochenbrüche bei Vitamin-D-Mangel

Wegen der Infektanfälligkeit, aber auch wegen eines erhöhten Sturz- und Knochenbruchrisikos bei älteren Menschen sollte ein Vitamin-D-Mangel vermieden werden, rät die Ärztin. Häufig vom Mangel betroffen sind auch Menschen mit starkem Übergewicht, da sie Vitamin D möglicherweise vermehrt im Fettgewebe speichern. Dazu kommen Menschen, die nur selten aus dem Haus gehen, Schwangere sowie Patienten mit chronischen Nieren- und Lebererkrankungen. Menschen aus diesem Personenkreis, die häufig an Infekten leiden, sollten ihren Vitamin-D-Spiegel vom Arzt bestimmen lassen.

von Andreas Grote,

publiziert am 19.06.2018


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