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Gesünder leben?

Wenn der Rücken weh tut, hilft Yoga

In puncto Beweglichkeit, Lebensqualität und Bedarf an Schmerzmitteln ist Yoga der Physiotherapie ebenbürtig. Gegen die Schmerzen hilft die asiatische Methode fast ebenso gut.

Unter dem Strich nützt Yoga bei Kreuzschmerzen genauso gut wie Physiotherapie. Das ist das Fazit einer Studie mit 320 Teilnehmern, denen seit mindestens 12 Wochen das Kreuz weh tat. Sie wurden entweder mit Yoga oder mit Physiotherapie behandelt.

Zwei Drittel schluckten Schmerzmittel

Auf einer Skala von null (keine Schmerzen) bis zehn (schlimmste Schmerzen) hatten die Teilnehmer vor Beginn des Versuchs durchschnittlich sieben Punkte. Rund 70 Prozent von ihnen nahmen Schmerzmedikamente. Viele von ihnen waren Kleinverdiener und hatten weitere Erkrankungen wie zum Beispiel Nackenschmerzen. Beide Faktoren erschweren die Heilung.

Gute Wirkung, obwohl die Teilnehmer oft fehlten

Nach zwölf Yoga-Sitzungen in wöchentlichem Abstand sanken die Schmerzen der Studienteilnehmer auf durchschnittlich 5,3 Punkte, nach 15-mal Physiotherapie waren es 5,0 Punkte – wobei die Teilnehmer in beiden Gruppen im Durchschnitt zu mindestens fünf Terminen nicht erschienen.

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Wirkung hielt noch Monate später an

Dennoch verbesserten sich auch die Beweglichkeit und die Lebensqualität mit beiden Methoden etwa gleich gut. Die Quote der Patienten, die Schmerzmittel schluckten, sank sowohl nach Yoga als auch nach Physiotherapie auf rund 54 Prozent. Der positive Effekt hielt weitere 40 Wochen an. Gemäss den Patienten führte die Mehrheit auch zu Hause regelmässig Übungen durch.

Sich informieren kann auch helfen

Eine Hoffnung für Schmerzgeplagte, die weder Yoga noch Physiotherapie mögen, sind die Ergebnisse der Vergleichsgruppe. Sie bekam lediglich Informationsmaterial zum Thema Rückenschmerzen. Bei jedem Fünften in dieser Gruppe besserten sich die Kreuzschmerzen um mindestens 30 Prozent.

Quelle: «Annals of Internal Medicine»

von Dr. med. Martina Frei,

publiziert am 03.08.2017


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