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Gesünder leben?

Grippeviren: Wie man die Hände richtig wäscht

Was ist wirksamer: Desinfektionsmittel oder kurzes Händewaschen?

Ihre Experimente sind ein wenig unappetitlich, aber wichtig. Zunächst sammelten die japanischen Forscher von der Universität in Kyoto Schleimproben von Patienten, die an Grippe litten.

Dann testeten sie daran ein Desinfektionsmittel mit 80 Prozent Alkohol. In getrocknetem Schleim wirkte es sehr gut – bloss: Es dauerte rund 30 Minuten, bis eine kleine Schleimprobe bei Zimmertemperatur komplett getrocknet war. Niemand, der von einem Grippekranken angehustet wird, wird wohl so lange warten wollen.

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Der entscheidende Unterschied

Feuchten Schleim dagegen durchdrang das Desinfektionsmittel weit schlechter: Es dauerte vier Minuten, bis der Alkohol die Grippeviren im Schleim inaktiviert hatte. Nur 15 Sekunden vergingen dagegen bei getrocknetem Schleim.

Um ihre Versuche möglichst realistisch zu machen, strichen die Forscher zehn Freiwilligen etwas Schleim auf Hände und Finger. Doch selbst wenn diese Versuchspersonen ihre Hände mit dem Desinfektionsmittel einrieben, vergingen noch drei Minuten, bis die Grippeviren schachmatt waren.

Händewaschen war besser

Eigentlich hatten die Forscher erwartet, dass blosses Händewaschen schlechter abschneidet als das Desinfektionsmittel. Das Gegenteil war aber der Fall: Die Grippeviren waren auf allen Fingern innerhalb von 30 Sekunden inaktiviert, selbst wenn nur fliessendes Wasser ohne Seife benützt wurde.

Allgemein gilt die Empfehlung, Hände für 15 bis 30 Sekunden mit Desinfektionsmittel einzureiben. «Unsere Ergebnisse deuten aber darauf hin, dass diese Dauer nicht genügt», so die Forscher.

Quelle: «mSphere»

von Dr. med. Martina Frei,

veröffentlicht am 21.11.2019, überarbeitet am 10.12.2019


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