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Gesünder leben?

Wie viel Schlaf braucht ein Kind?

Wann sollte ein Kind im Bett sein und wie viel Schlaf braucht es? Sicher ist nur: Es gibt keine fixen Regeln und das Alter des Kindes spielt eine untergeordnete Rolle.

Seit dem Wochenende sind Lina (9) und Mara (11) unausstehlich und müden herum. Sie durften am Geburtstagsfest von Onkel Ueli viel zu lange aufbleiben. Ihr Papi findet, sie gehen sowieso immer zu spät zu Bett. Wann aber sollen Kinder eigentlich ins Bett gehen?

Individuelles Schlafbedürfnis

«Es gibt keine festen Regeln, wann ein Kind in welchem Alter zu Bett gehen soll», sagt Jacomine Lindblom (47), Psychologin und Erziehungsberaterin bei erziehungs-beratung.ch. «Jedes Kind hat ein anderes Schlafbedürfnis.» Acht Stunden sind es mindestens, es können aber auch zwölf sein. Es gibt dabei nur eine Faustregel: «Braucht ein Kind als Baby viel Schlaf, bleibt diese Tendenz oft auch später bestehen», weiss Jacomine Lindblom.

Schlaf lässt sich trainieren
  • Ein Schlafprotokoll hilft zu erfassen, wie viel Schlaf das Kind tatsächlich braucht.
  • Die Bettgehzeit nicht als Strafe oder als Belohnung einsetzen.
  • Geschlossene Storen helfen beim Ausschlafen.
  • Eigene Erwartungen überprüfen: Braucht das Kind vielleicht weniger oder mehr Schlaf, als ich selber erwarte?

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Richtigen Zeitpunkt bestimmen

Wann der richtige Zeitpunkt ist, um den Nachwuchs ins Bett zu schicken, hängt auch vom Bedürfnis der Eltern ab. Sind Kinder am Abend nicht müde, können sie im Bett noch lesen oder eine Geschichte hören – so haben die Eltern auch ihre wohlverdiente Abendruhe.

Schlafbedürfnis entspricht nicht dem Alter

Die weit verbreitete Idee «Je älter, desto weniger Schlaf» ist nicht in jedem Fall richtig. «Es muss nicht sein, dass ein achtjähriges Kind länger schläft als ein zehnjähriges. Und mit der Pubertät brauchen die Jugendlichen oft wieder viel mehr Schlaf.» Ein Kind als Strafe früh ins Bett zu schicken, sei als Erziehungsinstrument problematisch: «Erwacht es dann um fünf Uhr morgens, ist es fraglich, wem dies etwas nützt.»

Länger aufbleiben stört den Rhythmus

Längeres Aufbleiben vertragen Kinder unterschiedlich gut. Kann ein Kind sich ausschlafen, holt es sich so seine notwendigen Stunden Erholung. Ein gestörter Schlafrhythmus hat sich oft nach zwei, drei Tagen wieder eingependelt. «Aber», so Jacomine Lindblom, «manche Eltern leiden etliche Tage unter der Laune des Kindes, wenn es zu wenig Schlaf bekommen hat.»

von Claudia Langenegger,

publiziert am 28.09.2018


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