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Gesünder leben?

Yoga bei 38°C

In einem auf 38 Grad geheizten Raum Yoga zu üben, ist ziemlich anstrengend. Doch die Mühe lohnt sich: Nach 90 Minuten Bikram Yoga fühlt sich der Übende wie neu geboren.

Im Bikram Yoga geht es heiss zu und her: Bei 38 Grad Celsius wird eine immer gleichbleibende Abfolge von 26 Asanas und 2 Atemübungen praktiziert. Wer zum ersten Mal ins Bikram-Studio kommt, dem stockt der Atem schon beim Betreten des Raumes. Man beginnt augenblicklich stark zu schwitzen.

Während der 90-minütigen Yogastunde schwitzt man ungefähr so, als würde man in der Sauna turnen, also richtig. Um trotz der vielen Feuchtigkeit nicht auszurutschen, legen sich Bikram-Yogis ein Frotteetuch auf die Matte.

Wichtig ist auch die Wasserflasche: Wer bei solchen Temperaturen den Körper verrenkt, braucht viel Flüssigkeit, um die ausgeschwitzten Mineralstoffe wieder zurückzugewinnen.

Yoga einmal anders

Der Gründer von Bikram Yoga ist der Inder Bikram Choudhury. Er hat die Hatha-Yoga-Methode, die den ganzen Körper reinigt, von Indien über Kalifornien zu weltweiter Bekanntheit gebracht. Und den Stil sogar patentieren lassen: Auf der ganzen Welt sieht eine Bikram-Yoga-Stunde in etwa gleich aus; unterrichten dürfen nur zertifizierte Lehrer.

Auch sonst unterscheidet sich Bikram Yoga von anderen Yogastilen. Wo sonst die eigene Erfahrung im Vordergrund steht, hat der Spiegel bei Bikram eine wichtige Funktion: Die Yogaschüler sind so platziert, dass sich ein jeder im Spiegel sieht und so selber die eigenen Fortschritte beobachten kann.

Plötzlich ist alles möglich...

Die Anleitungen des Lehrers erinnern manchmal eher an eine Fitness- denn an eine Yogastunde: Mit Verve feuert der Lehrer seine Schüler an durchzuhalten. Und das Durchhalten hat vor allem für Bikram-Neulinge oberste Priorität: Sich bei 38 Grad körperlich anzustrengen, kann hart sein. Nicht selten kommen Anfänger an ihre Grenzen und möchten am liebsten fluchtartig den Raum verlassen.

Wer bis zum Ende der Stunde durchhält, wird belohnt mit einem ganz speziellen Körpergefühl: Man fühlt sich fit und frei. Sämtliche Organe wurden massiert, die Haut strahlt, der Körper wurde mit 100 Prozent Sauerstoff erfrischt. Und plötzlich ist alles möglich. (Lesen Sie unten weiter...)

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Tipps für eine erfolgreiche Bikram-Yoga-Stunde

  • 2 Stunden vor dem Yoga nichts mehr essen.
  • 2 Handtücher mitnehmen, eines für die Matte, eines zum Duschen.
  • Eine Flasche Wasser mitnehmen. Achtung: Der Yogalehrer sagt dir, wann du trinken darfst.
  • Leichte Sportbekleidung (Shorts und Tops): Es wird sowieso alles klitschnass.
  • Wenn du den Raum betrittst, leg dich ruhig auf deine Matte, gewöhn dich an die Hitze.
  • Wann immer dir schwindelig wird, mach eine Pause. Das Ziel jeder Bikram-Stunde ist es, im Raum zu bleiben und jede Übung einmal zu machen.
  • Einige Yogastudios bieten mittlerweile auch andere Yoga-Stile an, die beispielsweise bei 32 °C praktiziert werden. Das Ganze nennt sich dann einfach Hot-Yoga.

Publiziert am 18.01.2018,

von Cynthia Grasso-Bürki


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