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Gesünder leben?

30 Gesundheits-Tipps für eine unbeschwerte Reise

Warum man unbedingt zuckerfreien Kaugummi mit in die Ferien nehmen sollte. Und wozu ein Farbroller am Strand dient. iMpuls liefert 30 Tipps zur richten Reisevorbereitung und sagt, worauf auf der Reise, am Ferienort und nach der Rückkehr zu achten ist.

Vor der Reise

Vorbereitung

  • Am besten vier bis sechs Wochen vor der Abreise checken, welche medizinischen Empfehlungen für das Reiseziel gelten. So bleibt genügend Zeit, damit notwendige Impfungen ihre Schutzwirkung entfalten können. Einkalkulieren, dass wegen möglichen Lieferengpässen nicht unbedingt jede Impfung jederzeit verfügbar ist.
  • Im Internet sind gute Informationen zu finden unter safetravel.ch oder osir.ch. Dort steht auch, was in die Reiseapotheke gehört.
  • Wichtige Telefonnummern, etwa der Reiseversicherung notieren, so dass sie auch bei Verlust des Handys griffbereit sind.
  • Unter eda.admin.ch veröffentlicht das Eidgenössische Departement für Auswärtige Angelegenheiten Reisehinweise. 
    Lesen Sie hier weiter: Ferien – welche Impfungen Sie haben sollten

Ärztliche Beratung

  • Die erste Anlaufstelle für die medizinische Reiseberatung sind Hausärztinnen oder Reisemediziner. Dabei kommen auch etwaige Erkrankungen zur Sprache, die schon länger bestehen. Gerade sie gehen bei der Reisevorbereitung oft vergessen.
  • Menschen mit Diabetes, Immunschwäche oder Herz-Kreislaufkrankheiten sollten sechs bis acht Wochen vor der Reise ihren Hausarzt konsultieren. Das gilt auch für schwangere Frauen.
  • Um beim Grenzübertritt keine Schwierigkeiten zu bekommen, kann eine ärztliche Bescheinigung sinnvoll sein, dass Nadeln, Spritzen und bestimmte Medikamente nötig sind.

Impfungen

  • Ein Scan vom Impfausweis, als Foto auf dem Handy gespeichert, nützt im Notfall. Noch besser ist der elektronische Impfausweis unter meineimpfungen.ch. In Ländern mit Gelbfieberrisiko wollen die Zollbeamten trotzdem den internationalen Impfausweis aus Papier sehen.
  • Schnitt- und Stichverletzungen oder Verkehrsunfälle auf Reisen bergen – genau wie zu Hause – das Risiko einer gefährlichen Wundstarrkrampf-Infektion (Tetanus). Deshalb Impfschutz und Impfausweis à jour halten.
  • Welche Impfungen nötig sind, hängt auch von der Art des Reisens ab. Velofahrer oder Rucksacktouristen etwa machen in fernen Ländern manchmal unangenehme Bekanntschaften mit vierbeinigen «Wadenbeissern». Wegen des Risikos von Hundebissen ist für diesen Reisestil eine vorgängige Tollwutimpfung sinnvoll. (Lesen Sie unten weiter...)

Auf der Reise

Thrombosen vorbeugen

  • Bewegung der Beine, Kompressionsstrümpfe und Blutverdünner können auf langen Reisen Thrombosen vorbeugen. Besteht in der Familie ein Risiko dafür, bespricht man die Prophylaxe am besten mit einem Arzt.

Flugzeug

  • Wichtige Medikamente gegen bestehende Krankheiten im Handgepäck transportieren.
  • Bei Flugangst kann ein alkoholischer Drink (aber nicht mehrere!) oder ein Beruhigungsmittel vor dem Start nützlich sein. Ist die Angst übermächtig, hilft ein verhaltenstherapeutisches Training.
  • Die trockene Luft im Flugzeug kann Atemwegsinfekte begünstigen. Genügend trinken und Zahnputz-Kaugummi mit Xylit können dem vorbeugen. Denn Xylit ist nicht nur ein Süssstoff, es wirkt auch gegen Erkältungsviren im Mund- und Rachenraum. Zudem sorgt das Kauen für eine bessere Befeuchtung der Schleimhaut und befördert den Druckausgleich im Ohr.

Auto

  • Das Motto «der Weg ist das Ziel» hilft gegen den übermässigen Druck, der aufkommt, wenn man ein Ziel in bestimmter Zeit erreichen will.
  • Ausgeschlafen ins Auto steigen, Landschaft und Leute «erfahren», schöne Abstecher machen und alle zwei Stunden eine Pause, um sich zu bewegen – so baut man den Stress aus dem Alltagsleben ab, anstatt ihn während der Ferien fortzusetzen.
  • In manchen fernen Ländern ist das Risiko für Verkehrsunfälle beträchtlich höher als in der Schweiz. Dazu tragen technische Defekte an den Fahrzeugen bei, aber auch unbeleuchtete Strassen, grosse Schlaglöcher und die Sitte, nachts ohne Licht zu fahren. Deshalb ist dort insbesondere von Nachtfahrten abzuraten. (Lesen Sie unten weiter...)

Weitere Informationen für Ihre Reiseplanung

Alles zum Thema

Am Ferienort

Sonnenschutz

  • Die meisten Touristen tragen zu wenig Sonnenschutzmittel auf. Für einen Erwachsenen rechnet man fürs Eincremen mindestens 20 Gramm pro Tag, für ein Kind mindestens zehn Gramm. 20 bis 30 Minuten vor dem Sonnenbad auftragen, damit das Mittel gut antrocknen kann.
  • Wiederholtes Eincremen verlängert nicht die Zeitspanne, die man in der Sonne verbringen kann, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen. Es erhält aber den Schutz aufrecht, den das Sonnenschutzmittel bietet.
  • Singles nehmen am besten einen kleinen Farbroller mit langem Stil aus dem Baumarkt mit. Damit lässt sich der Rücken eincremen, wenn man allein reist. Alternativ dient ein langer Schuhlöffel, der am Ende mit einem Tuch umwickelt wird.
    Lesen Sie hier weiter: So schützen Sie sich vor der Sonne

Mückenschutz

  • Mückenschutzmittel 15 bis 30 Minuten nach dem Sonnenschutzmittel auftragen.
  • Mücken, die Dengue oder Zika übertragen, fliegen vor allem tags. Malariamücken dagegen schwirren nachts herum. Deshalb Kleidung sowie Insektenschutznetz über dem Bett mit Insektiziden besprühen.
  • Mücken lieben dunkle Flächen und können durch dünne, eng anliegende Stoffe stechen. Deswegen wenn möglich helle, weite und langärmlige Kleidung tragen. Falls nötig Socken über die Hose stülpen.
    Lesen Sie hier weiter: So schützen Sie sich gegen Insekten

Sex

  • Kondome für den Safer Sex einpacken. In den Ferien haben die meisten Menschen mehr Sex als zu Hause und sie sind unbesorgter. Zudem kann in anderen Ländern die Ansteckungsgefahr erheblich höher sein als in der Schweiz. In Kenia zum Beispiel sind schätzungsweise fast die Hälfte der Prostituierten mit HIV infiziert.

Durchfall

  • Solange er erträglich ist, am besten nur die Flüssigkeitszufuhr steigern. Der Körper sorgt dafür, dass Erreger oder Giftstoffe, die den Durchfall ausgelöst haben, möglichst rasch aus dem Darm befördert werden.
  • Wirkstoffe wie Loperamid können Durchfall oft wirkungsvoll stoppen. Sind aber noch Erreger oder Giftstoffe im Darm, verbleiben sie dadurch länger im Körper.
  • Dauert der Durchfall länger als sieben Tage, sollte auch an Parasiten gedacht werden. Im Zweifelsfall einen Arzt konsultieren.

Spezielle Erkrankungen in den Tropen

  • Die medikamentöse Notfall-Selbstbehandlung gegen Malaria im Gepäck ist wirksam und beruhigend. Sie ersetzt aber nicht die reguläre Malaria-Dauerprophylaxe in Ländern, in denen diese empfohlen wird.
  • In Ländern, in denen man sich mit Denguefieber anstecken könnte, besser Paracetamol (zum Beispiel Dafalgan, Panadol) gegen Fieber oder Schmerzen nehmen. Denn Acetylsalicylsäure (bekannt als Aspirin) könnte bei Dengue-Infektion die Blutungsgefahr erhöhen.

Wieder daheim

  • Treten Beschwerden wie Fieber, Hautausschlag oder andere Symptome auf, einen Arzt konsultieren und unbedingt die Reise erwähnen. Malaria zum Beispiel bricht frühestens eine Woche nach dem Stich aus, meist aber erst vier bis 8 Wochen nach der Ansteckung. Also aufgepasst bei Fieber, auch Monate nach den Ferien!

von Dr. med. Martin Denz,

publiziert am 17.06.2019


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