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Was gehört in die Reiseapotheke?

Ob Badeferien, Städtereise oder Trekking – wird man in den Ferien krank, ist man froh um eine richtig ausgestattet Reiseapotheke. Was Sie unbedingt dabeihaben sollten.

Checkliste zum Download

Haben Sie alles besorgt? Oder fehlt noch etwas? Laden Sie sich die Checkliste zum Abhaken herunter. Sie bietet auch viele konkrete Produkt-Tipps von Medbase Apothekerin Barbara Hugelshofer.

Wer wegfährt, tut das meist mit Gepäck. Neben Alltäglichem wie Kleidern, Schuhen und Toilettenartikeln sollen auch Schnorchel- und Outdoor-Ausrüstung sowie Spassmacher wie Wasserspiele und Lesestoff mit. Da platzt die Reisetasche oder der Koffer schnell mal aus allen Nähten. Einen Fehler sollte man dann trotz allem nicht begehen: die Reiseapotheke wegzulassen.

«Eine inhaltlich gut durchdachte Reiseapotheke ist Gold wert. Krank sein in den Ferien wünscht man niemandem. Und Betroffene möchten möglichst rasch und unkompliziert wieder fit sein», sagt Barbara Hugelshofer, Apothekerin und Geschäftsführerin der Medbase Apotheke Winterthur Altstadt. Sie verrät im Folgenden auch, was unbedingt in eine Reiseapotheke gehört, welche Anpassungen bei welchen Reisezielen nötig sind und worauf es bei einer Reiseapotheke für Babys ankommt.

Reiseapotheke Inhalt – die Basics

Aktuelle Situation

Seit März 2020 beeinflusst Covid-19 das Reisen stark. Innerhalb des Schengenraums sind die Grenzen zurzeit offen, doch können sich die Bedingungen wieder ändern. Aktuelle Informationen finden Sie hier: 

Was braucht man im Minimum? Barbara Hugelshofer: «Diese Grundausrüstung einer Reiseapotheke sollte idealerweise stets griffbereit dabei sein.»

  • 1 Desinfektionsmittel für Hände und Gegenstände (z.B. Sterilium)
  • 1 Wunddesinfektionsmittel (z.B. Bepanthen Plus Wundspray)
  • 1 Wundsalbe (z.B. Vita-Merfen Salbe)
  • Heftpflaster in diversen Grössen (z.B. Dermaplast)
  • 1 elastische Binde
  • 1 Schmerzmittel, das gleichzeitig Entzündungen hemmt und Fieber senkt (z.B. Panadol-S)
  • 1 Fieberthermometer (z.B. Omron Flex Temp Smart)
  • 1 Pinzette (z.B. Herba Pinzette schräg)
  • 1 kleine Schere (maximal 6 cm lange Schneiden, ansonsten nicht handgepäcktauglich)
  • Sicherheitsnadeln
  • Einweghandschuhe
  • Hygienemasken (z.B. Flawa)

Das weitere Zubehör richtet sich nach den individuellen Bedürfnissen und dem Ferienziel. Sinnvoll ist es, Utensilien und Medikamente zusammen in einem Etui oder Täschchen aufzubewahren, damit sie im Notfall mit einem Griff zur Hand sind und nicht mühsam aus diversen Gepäckstücken zusammengesucht werden müssen. Wer sich in der Apotheke eine Reiseapotheke zusammenstellen lässt, bekommt die passende Hülle gleich mitgeliefert. Doppelt hilfreich: Interessierte können auch Termine für eine spezifische Reiseberatung buchen.

Reiseapotheke Europa

In den meisten europäischen Ländern müssen sich Reisende nicht vor besonderen Krankheiten und Gefahren fürchten. Es braucht keine speziellen Impfungen, und im Notfall findet man praktisch überall Spitäler und Apotheken.

Für Strandferien in Spanien zum Beispiel empfiehlt es sich, die Grundausstattung der Reiseapotheke um Insektenschutzmittel sowie Sonnencreme mit hohem Schutzfaktor zu erweitern. «Mindestens Faktor 50 – es kann nicht zu hoch sein!», betont Barbara Hugelshofer. Auch ein After Sun sollte mit. Ausserdem eine antiallergische, entzündungshemmende Creme oder ein Hitzestift gegen Mückenstiche.

Vor Erkältungskrankheiten bleibt man im Süden allerdings auch nicht unbedingt verschont – etwa, wenn die Klimaanlagen ständig auf Hochtouren laufen. «Deshalb lohnt es sich durchaus, ein NeoCitran oder Pretuval einzupacken», so Barbara Hugelshofer.

Wer auf vertraute Arzneimittel setzt oder sich vor Sprachschwierigkeiten im Ausland fürchtet, packt für den Notfall besser auch ein Mittel gegen Durchfall und ein Elektrolyt-Präparat ein, das den Salzverlust kompensiert. Eine Präparat gegen Magen-Darm-Beschwerden ist ebenfalls zu empfehlen.

Wer unter Reiseübelkeit leidet, sollte sich mit entsprechenden Kaugummis, Tabletten oder einem Akupressurband eindecken. Besonders dann, wenn längere Auto- oder Schifffahrten auf dem Programm stehen. Die Mittel können auch bei Übelkeit im Flugzeug helfen.

Wer erkältet ist, sollte beim Fliegen ausserdem einen abschwellenden Nasenspray dabeihaben, um den Druckausgleich zu erleichtern. Auf Langstreckenflügen schützen Kompressionsstrümpfe vor Thrombosen, die durch das lange Sitzen entstehen können.

So bleiben Sie in den Ferien gesund

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Reiseapotheke USA

In den USA sind manche Medikamente frei im Supermarkt erhältlich, für die man hierzulande ein Rezept braucht. Allerdings unterscheidet sich manchmal die Zusammensetzung, auch wenn die Produkte gleich heissen wie bei uns. Zudem gelten bei der Zulassung von Medikamenten andere Bestimmungen. Will man nicht experimentieren, bringt man am besten das Nötigste von zu Hause mit.

Zusätzlich zur erwähnten Grundausstattung empfiehlt sich auf jeden Fall etwas gegen Halsweh, Husten und Schnupfen. Denn praktisch nirgendwo sonst wird per Klimaanlage stärker heruntergekühlt als in den USA. Da ist eine Erkältung pro Ferien so sicher wie Sonnenschein nach Regen. Auch ein Mittel gegen Durchfall und eines gegen Magen-Darm-Beschwerden können nicht schaden.

Erkundet man die zahlreichen Nationalparks zu Fuss, sind Blasenpflaster genauso ein Muss wie eine Rettungsdecke und eine Trillerpfeife, mit der man sich im Notfall auch über weite Strecken bemerkbar machen kann. Eine Sonnencreme mit hohem Schutzfaktor darf ebenfalls nicht fehlen.

An der Ostküste (von New York bis Florida) besteht zudem ein erhöhtes Risiko für das West-Nil-Fieber, das von Mücken übertragen wird. Ein Mückenschutz ist also Pflicht.  Auch das von Zecken ausgelöste Rocky-Mountain-spotted-Fieber und Borreliose sind ein Thema. Je nach besuchter Region sollte man also auch ein Anti-Zecken-Mittel im Gepäck haben.

Falls aus einem Flirt mehr werden sollte, ist es zudem gut, wenn man Präservative dabeihat.

Reiseapotheke Afrika

So viel Sonnencreme brauchts

Die meisten Menschen tragen zu wenig Sonnenschutzmittel auf. Für einen Erwachsenen rechnet man pro Tag fürs Eincremen mit rund sieben Teelöffeln voll Sonnencreme. Den Sonnenschutz 20 bis 30 Minuten vor dem Sonnenbad auftragen, damit die chemischen Filter genügend Zeit haben, um in die oberste Hautschicht einzudringen und ihren Schutz zu entfalten. Singles können sich mit einem Rückencremer behelfen, falls sie von Hand nicht alle Stellen erreichen.

Wer nach Afrika reist, muss vorgängig in der Apotheke oder bei der Hausärztin oder beim Hausarzt klären, wie die Malaria-Prophylaxe aussieht und welche Impfungen nötig sind.

Die Reiseapotheke selber sollte Lösungen für möglichst viele Eventualitäten bieten, denn je nachdem, wo man in Afrika gerade unterwegs ist, kommt man nicht so schnell an Medikamente. Kommt dazu, dass Zusammensetzung und Qualität der Präparate stark variieren können.

Weil die Gefahr von Malaria, Dengue und Zika erheblich ist, sind Mückenmittel mit dem Wirkstoff DEET bei Erwachsenen ein Muss.

Dazu kommen:

  • Mittel gegen Insektenstiche
  • Mittel gegen Sonnenbrand
  • Mittel gegen Erkältungen, Halsweh, Husten und Schnupfen
  • etwas gegen Reisekrankheit
  • Mittel gegen Durchfall
  • Elektrolyt-Lösung gegen Wasser- und Salz-Verlust bei Reisedurchfall
  • Mittel gegen Magen-Darm-Beschwerden
  • etwas gegen Augenentzündungen
  • etwas gegen Ohrenentzündungen
  • ein Breitband-Antibiotikum für den Notfall (rezeptpflichtig)

Falls Sie unsicher sind: Lassen Sie sich in einer Medbase Apotheke oder von einem Reisemediziner von Medbase beraten. 

Sollte aus einem Flirt mehr werden, ist es zudem gut, wenn man Präservative dabeihat. Barbara Hugelshofer warnt ausserdem: «Schwangeren und Paaren, die innerhalb des nächsten halben Jahres schwanger werden möchten, ist von Reisen in Zika-Gebiete abzuraten.»

Reiseapotheke Asien

So schützen Sie sich vor Mücken

Mücken stechen vor allem in der Dämmerung und nachts. Wenden Sie deshalb abends einen Mückenschutz an. Die Kleider zu besprühen, ist sehr effektiv. Benutzen Sie einen Mückenstecker fürs Schlafzimmer (Anwendungshinweise beachten!) und allenfalls ein Moskitonetz zum Schlafen. Mücken lieben dunkle Flächen und können durch dünne, eng anliegende Stoffe stechen. Deswegen möglichst helle, weite und langärmlige Kleidung tragen.

Besuchen Sie Tokio oder sind Sie im Dschungel von Vietnam unterwegs? Je nach Reiseziel ändern sich die Anforderungen. Besuchen Sie tropische Gegenden, müssen Sie auch hier im Vorfeld abklären, ob bestimmte Impfungen oder eine Malaria-Prophylaxe nötig sind.

Für gewisse Gebiete in Indonesien zum Beispiel empfehlen Experten zusätzlich zu den üblichen Impfungen und der Malaria-Prophylaxe eine Immunisierung gegen Hepatitis A, Typhus und je nachdem Tollwut. In vielen ärmeren Ländern mit feucht-heissem Klima sind Trinkwasserdesinfektionsmittel und Moskitonetze sinnvoll.

Weil die Gefahr von Malaria, Dengue und Zika wie auch in Afrika erheblich ist, sind Mückenmittel mit dem Wirkstoff DEET bei Erwachsenen ein Muss.

Darüber hinaus gehören auch hier in die Reiseapotheke:

  • Mittel gegen Insektenstiche
  • Mittel gegen Sonnenbrand
  • Mittel gegen Erkältungen, Halsweh, Husten und Schnupfen
  • etwas gegen Reisekrankheit
  • Mittel gegen Durchfall
  • Elektrolyt-Lösung gegen Wasser- und Salz-Verlust bei Reisedurchfall
  • Mittel gegen Magen-Darm-Beschwerden
  • etwas gegen Augenentzündungen
  • etwas gegen Ohrentzündungen
  • ein Breitband-Antibiotikum für den Notfall (rezeptflichtig)

Falls Sie unsicher sind: Lassen Sie sich in einer Medbase Apotheke oder von einem Reisemediziner von Medbase beraten. 

Sollte aus einem Flirt mehr werden, ist es zudem gut, wenn man Präservative dabeihat. Schwangere und Paare, die innerhalb des nächsten halben Jahres schwanger werden möchten, sollten nicht in Zika-Gebiete reisen.

So bleiben Sie in den Ferien gesund

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Reiseapotheke für Schwangere

Sind Sie schwanger und wollen verreisen, sollten Sie unbedingt Ihren Mutterpass mitnehmen, falls Sie einen haben – oder dann die wichtigen Daten zu Ihrer Schwangerschaft ausdrucken. Verlassen Sie sich nicht auf einen USB-Stick, denn je nachdem, wohin die Reise geht, können die technischen Möglichkeiten eingeschränkt sein.

Zusätzlich zur Grundausstattung für Reiseapotheken (siehe oben) sollten Schwangere unbedingt Folgendes im Gepäck haben:

  • Magnesium gegen «wilde Wehen» (leichte, aber unangenehme Kontraktionen der Gebärmutter)
  • Mittel gegen (Reise-)Übelkeit
  • Kohletabletten gegen Durchfall
  • Sonnencreme (Schwangere bekommen leichter Sonnenbrand)
  • Traubenzucker
  • Thrombosestrümpfe oder Stützstrümpfe
  • Paracetamol gegen Schmerzen und Fieber
  • Nasenspray gegen Schnupfen

Klären Sie im Zweifelsfall ärztlich ab, welche Medikamente sich für Sie eignen. Und packen Sie lieber etwas zu viel als zu wenig in Ihre Reiseapotheke. Gerade in Ländern mit bescheidener medizinischen Versorgung sind Sie froh, wenn Sie Ihre gewohnten Medikamente dabeihaben.

Leiden Sie unter Schwangerschaftsdiabetes, sollten Sie zudem wissen: Es ist offiziell erlaubt, Insulin an Bord eines Flugzeugs mitzunehmen. Lassen Sie sich aber von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt – in Englisch – ein Zeugnis ausstellen, in dem Ihre Erkrankung bestätigt und erklärt wird, warum Sie gewisse Utensilien mit sich führen müssen. Weil aufgegebene Koffer schon mal am falschen Ort ankommen, sollten Sie solch wichtige Medikamente und Utensilien im Handgepäck mitführen. Sind Sie unsicher, nehmen Sie im Vorfeld Kontakt mit der Airline auf.

Generell gilt es im Fall einer Schwangerschaft, das Risiko einer Reise abzuwägen und sichere Reiseziele zu bevorzugen.

Reiseapotheke für Babys und Kinder

Die Schweizer Heilmittelzulassungsstelle Swissmedic betont: «Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. Sie stellen eine besonders fragile Patientengruppe dar, da sie anders auf Arzneimittel reagieren. So bauen Säuglinge in der Regel Arzneimittel weniger schnell ab und scheiden sie auch weniger rasch aus. Es gibt zudem Arzneimittel, die Wachstum und Entwicklung beeinträchtigen können.»

Vor diesem Hintergrund ist klar: Wer mit seinem Nachwuchs verreist, muss sich im Vorfeld geeignete Mittel für die Reiseapotheke besorgen. Rat erteilen im Zweifelsfall Kinderärzte und auch Apothekerinnen und Apotheker.

Grundsätzlich gilt:

  • Wählen Sie bereits in der Grundausstattung Produkte, die sich für (Klein-)Kinder und Erwachsene eignen. Zum Beispiel ein Wunddesinfektionsmittel ohne Alkohol, damit es möglichst nicht brennt. Oder ein Ohrthermometer als Fiebermesser.
  • Achten Sie auf die Hautfreundlichkeit von Pflastern und Verbandsmaterialien.
  • Verwenden Sie Sonnencreme für Babys und Kinder – mit höchstem Faktor und mineralischen Filtern.
  • Verwenden Sie Anti-Mücken- und Anti-Zecken-Spray für Kinder.
  • Packen Sie eine Kochsalzlösung für Augen und Nase ein.
  • Elektrolyt-Lösungen helfen bei Durchfall und Erbrechen. Hält der Durchfall länger als 24 Stunden an, konsultieren Sie einen Arzt.
  • Gegen Reisekrankheit und Erkältungen können Globuli helfen.
  • Paracetamol-Zäpfchen gehören auf jeden Fall ins Reisegepäck gegen jede Art von Schmerzen. Sie sind auch nützlich beim Zahnen.

Medikamente im Flugzeug mitnehmen

Der Koffer kommt nicht immer dort an, wo er soll. Und Flüge verlaufen nicht immer wie geplant. Manchmal verzögern sie sich, manchmal werden sie umgeleitet. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, grundsätzlich die doppelte Menge der benötigten Medikamente dabeizuhaben. Präparate, die regelmässig eingenommen werden müssen, also beispielsweise Blutverdünner, Blutdrucksenker, Insulin oder die Pille, gehören dabei zwingend ins Handgepäck. Prüfen Sie vor dem Einchecken, ob Sie alle wichtigen Medikamente und Utensilien bei sich tragen!

Grosse Zeitverschiebungen (zum Beispiel bei einer Reise nach Australien) müssen bei der Pilleneinnahme berücksichtigt werden.

Sollten Sie Spritzen oder Injektoren benötigen, lassen Sie sich im Vorfeld ein ärztliches Attest ausstellen – auf Englisch. Das Gleiche gilt auch für Medikamente, die dem Betäubungsmittelgesetz unterstehen, also beispielsweise Opiate, die gegen Schmerzen eingesetzt werden.

Führen Sie Medikamente mit, die nur bei tiefen Temperaturen gelagert werden dürfen, bewahren Sie diese in einer Kühltasche auf.

Haben Sie Zweifel, was erlaubt ist und was nicht, fragen Sie bei Ihrer Fluggesellschaft nach!

von Ringier Brand Studio / Cilgia Grass,

veröffentlicht am 08.06.2021, angepasst am 05.07.2021


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