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Gesünder leben?

Aber bitte mit Schale

Am Obst wird meistens nur das Fruchtfleisch geschätzt. Doch die besten Inhaltsstoffe befinden sich woanders. Wie man Schalen schmackhaft zubereitet.

Früchte sind gesund, keine Frage. Aber meistens konzentrieren wir uns nur auf ihr Inneres. Die Schale landet im Bioabfall. Das ist ein Fehler, denn an ihr befinden sich die meisten Inhaltsstoffe.

Grund genug, den Umgang mit der Schale noch einmal genauer zu überdenken. Essbar ist nämlich nicht nur der ganze Apfel. Ob Orange, Zitrone, Mango, Avocado, Kaki oder Kiwi: «Die Schale ist nicht giftig», sagt Professor Moritz Knoche, Leiter der Abteilung Obstbau am Institut für Gartenbauliche Produktionssysteme der Leibniz-Universität Hannover. «Sie ist höchstens ungeniessbar.» (lesen Sie unten weiter...)

So verwenden Sie die Schalen

Frau füllt Orangenschalen in Einmachglas
Frau füllt Orangenschalen in Einmachglas

Orangen

Die Schalen können zum Backen, Kochen und – getrocknet – zur Zubereitung von Tee verwendet werden.

Kiwis mit Schneidebrett und Messer
Kiwis mit Schneidebrett und Messer

Kiwis

Ihre Schalen enthalten Ballaststoffe, die die Verdauung anregen. Die feinen Härchen können einfach abgebürstet werden.

Zwei Avocadohälften mit Kern auf Küchentuch
Zwei Avocadohälften mit Kern auf Küchentuch

Avocado

Sie enthalten Aminosäuren, Mineralstoffe und Spurenelemente, Vitamine (A, C, D, K, E) und wichtige Fettsäuren. Die Haut ist bis auf bestimmte Sorten (Topa Topa, Zutano) recht ledrig und ungeniessbar. Es sei denn, die Butterfrucht wird gebacken.

Kakifrüchte auf kunsthandwerklich gefertigtem Teller
Kakifrüchte auf kunsthandwerklich gefertigtem Teller

Kakis

In kleine Stücke oder Schiffchen geschnitten – wie eine Tomate – können sie gut mit Haut gegessen werden.

Reife Mangofrüchte
Reife Mangofrüchte

Mangos

Die Früchte lassen sich ebenfalls im Ganzen verarbeiten – etwa zu Saft, Lassi (Joghurtgetränk) oder Chutney (Würzsauce).

Oft eine Frage der Sorte oder Zubereitung

Die Vorstellung, kraftvoll in eine haarige Kiwi zu beissen, ist nicht besonders appetitanregend. Aber in Neuseeland, dem Herkunftsland dieser Frucht, gilt genau das als übliche Verzehrweise. Bei anderen Früchten wiederum ist die Geniessbarkeit der Schale nur eine Frage der Sorte oder der Zubereitung.

Wegen einer möglichen Belastung mit Pestiziden muss man sich bei heimischen Bio-Lebensmitteln kaum Sorgen machen. Wer auf bestimmte Früchte allergisch reagiert, sollte natürlich auch die Finger von deren Schale lassen. Denn sie enthält mehr Allergene als das Fruchtfleisch. Und das ist für Allergiker wirklich nicht gesund.

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von Christian Andrae,

publiziert am 28.09.2017


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