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Gesünder leben?

Marroni – der Snack für Figurbewusste

Von diesem Duft sollte man sich jetzt verführen lassen. Heisse Marroni gehören zu den gesündesten Snacks. Sie sind fettarm und reich an Eiweiss.

Auf den ersten Blick sehen die runden, prallen Marroni mastig aus. Und wer sie isst, spürt eine gewisse Süsse im Mund. Doch dieser erste Eindruck täuscht. Wenn es im Herbst an den vielen Ständen in Städten und auf Märkten nach süsslichen Röststoffen duftet, dürfen sich auch Kalorienzählerinnen verführen lassen. Denn Esskastanien oder Marroni sind dank der darin enthaltenen Kohlenhydratmenge von rund 40 Gramm pro 100 Gramm vom Nährwert her mit Kartoffeln und Getreidekörnern vergleichbar.

Wenig Fett, viel Eiweiss

Wenn man sie mit Nüssen vergleicht – botanisch gesehen sind sie Nüsse und Samen zugleich –, fällt ihr geringer Fettgehalt von lediglich 2 Gramm pro 100 Gramm auf. Zum Vergleich: Nüsse wie Mandeln oder Baumnüsse bringen es locker auf 50 bis 60 Gramm Fett pro 100 Gramm. «Heissi Marroni» gehören zu den fettärmsten Snacks. Beeindruckend ist zudem ihr hoher Eiweissgehalt. Mit knapp 9 Gramm Nahrungsfasern pro 100 Gramm halten sie mit Vollkornbrot mit. Und noch ein Plus: Kastanien sättigen hervorragend.

Glutenfrei und mineralstoffreich

Die Liste ist noch länger: Marroni sind glutenfrei und eignen sich für die Ernährung bei Zöliakie. Sie werden gemäss der Interessengemeinschaft Zöliakie gern eingesetzt, um glutenhaltige Getreide zu ersetzen, etwa in Spezialmehlen, Teigwaren und Brot. Überdies liefern Kastanien viel Kalium, daneben Magnesium, Phosphor, Kalzium sowie wertvolle Folsäure. Und nicht zu vergessen: Kastanien müssen nur minimal verarbeitet werden, bevor sie verzehrt werden können. Dadurch werden Prozesse vermieden, die den Nährwert vermindern.

Tessiner Kartoffel

Das sind viele gesundheitliche Pluspunkte. Die positiven Inhaltsstoffe der Marroni gelten zwar auch für die beliebten Vermicelles, aber nur sofern man sich die Mühe macht, das Püree selbst herzustellen und somit auf zu viel Zucker zu verzichten. Mahlzeiten wie Vermicelles waren früher bei der armen Bevölkerung des Kantons Tessin während der langen Wintermonate an der Tagesordnung – ohne Vanillezucker, selbstverständlich. Damals stellten die Esskastanien in erster Linie das Überleben sicher.

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Satt durch den Winter

In den kargen Tälern des Kantons Tessin galt lange Zeit die Devise, dass ein Kastanienbaum pro Mensch das Überwintern sichern kann, weil er genug Ertrag und damit ausreichend Nahrung für mindestens drei Wintermonate lieferte. Die aus den Früchten der begehrten Bäume zubereiteten Gerichte gehörten zur «cucina povera», der Arme-Leute-Küche. Das sah recht eintönig aus: Man servierte im Tessin früher morgens, mittags und abends nichts anderes als gekochte oder geröstete Marroni.

Am liebsten heiss

Heute gilt die Edelkastanie als Delikatesse. Der erste Biss weckt bei den meisten auf angenehmste Weise die Erinnerung an den nahenden Winter. Die Saison der Kastanien beginnt ab September und dauert bis März. Die besten Marroni gibt es ab Ende Oktober. Sie sind nicht nur frisch, sondern auch als Püree, gefroren, eingemacht oder als Flocken erhältlich. An vorderster Stelle der Beliebtheitsskala stehen hingegen unbestritten die frischen, heissen Marroni.

Wissenswertes zur Edelkastanie

Marroni und Edelkastanien (Castanea sativa) wachsen an Kastanienbäumen, von denen es über hundert verschiedene Sorten gibt. Marroni sind Edelkastanien, die speziell für den Verzehr gezüchtet werden und bestimmten Qualitätsanforderungen genügen müssen. Marroni sind edler, teurer, fleischiger und runder geformt als herkömmliche Kastanien.

Selbst gesammelte oder frisch gekaufte Marroni oder Edelkastanien bleiben in einem Papiersack im Gemüsefach des Kühlschranks etwa eine Woche frisch, sie lassen sich auch tiefkühlen. Und sie gelingen auch im Backofen. Vorher in Wasser einweichen und einschneiden. Dann auf ein vorgeheiztes Backblech geben und 10 bis 15 Minuten backen.

von Marianne Botta Diener,

publiziert am 23.10.2017


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